Zum Hauptinhalt springen

Investieren ge­gen Wasser­knappheit: Lässt sich der Wasser-Bankrott ab­wen­den?

Der Weltwassertag wird von einem bedrohlichen Szenario überschattet. Laut den Vereinten Nationen geraten die globalen Wasser­ressourcen dauerhaft in die roten Zahlen. Doch es gibt Gegen­mass­nahmen, wie sich am Beispiel Deutschland aufzeigen lässt: Cinzia Kaufmann und Holger Frey beschreiben Lösungs­ansätze, die auch für an Nachhaltig­keit interessierte Anleger­innen und Anle­ger spannend sein können.

Autoren: Holger Frey, Lead-Portfoliomanager, und Cinzia Kaufmann, Lead-Analystin

Bach in Deutschland: Die Wasserknappheit bedroht kleine Wasserkreisläufe
Die Wasserknappheit bedroht gerade kleine Wasserkreisläufe: Bach in Deutschland (Bild: istockphoto.com).

Die wichtigsten Merk­punkte zur Wasser­knappheit und zu Gegen­mass­nahmen mit Poten­zial:  

  1. Gemäss UN könnten die weltweiten Frischwasser-Reserven dauerhaft unter Stress geraten. Selbst für Deutschland warnt eine Studie vor Milliardenkosten wegen der Wasserknappheit.
  2. Um prekäre Leerstände abzuwenden, müssen natürliche Systeme wiederhergestellt werden, die Wasserreserven nachhaltig regulieren und aufstocken. Naturbasierte und ingenieurtechnische Lösungen für den Grundwasserschutz und nachhaltiges Regenwasser-Management erscheinen hier aussichtsreich.
  3.  Innovative Unternehmen aus den Bereichen Wassertechnologie, Wasserschutz und Wasserversorgung können das Problem der Wasserknappheit ebenfalls adressieren. Sie können unseres Erachtens auch die Chance auf überdurchschnittliche Anlagerenditen bieten.

Schon Monate vor dem offiziellen Weltwassertag vom 22. März drangen die UN mit einer dringenden Warnung an die Öffentlichkeit: In einer umfassenden Studie gelangten die Vereinten Nationen zum Schluss, dass bezüglich der Wasserversorgung nicht mehr von einer «Krise» gesprochen werden könne. Die Situation, konstatierten sie im vergangenen Januar, sei weit schlimmer: Der Welt drohe nun gar ein Zeitalter des «Wasser-Bankrotts».

Ein wichtiger Weckruf zur Wasserknappheit

Spezifisch warnt die UN-Studie, dass die globalen Frischwasser-Reserven nicht nur temporär, sondern dauerhaft unter Stress geraten. Flüssen, Seen und dem Grundwasser werde mehr Substanz entzogen, als durch die Erträge von Regen und Schnee wieder aufgefüllt werden können. So hat laut dem Papier jeder zweite grosse See seit 1990 Wasser verloren. Das Gletschereis ist seit 1970 weltweit um ein knappes Drittel geschmolzen. Und rund 75% der Menschheit lebt inzwischen in Ländern mit ungesicherter Wasserversorgung. Folgt man dieser Prognose, drohen die weltweiten Wasserressourcen in die roten Zahlen zur rutschen.

Unserer Meinung nach sind durchaus Lösungen vorhanden, die im Kampf gegen die Wasserknappheit mobilisiert werden können. Zu diesem Schluss gelangten jüngst auch die Umweltorganisation Naturschutzbund Deutschland (NABU) und das Beratungsunternehmen Boston Consulting Group (BCG) in einer Anfang 2026 publizierten Studie zu Deutschland: Dass die Bundesrepublik zu den Ländern mit den weltweit grössten Grundwasser-Verlusten zählt, wollten diese Experten nicht einfach hinnehmen. Sie betonten: «Wasserknappheit ist gestaltbar, es gibt wirksame Gegenmassnahmen.»

Ein ganzer Bodensee zerronnen – so steht es um die Wasserknappheit in Deutschland

Während die UN-Studie den Wert supranationaler Zusammenarbeit sowie verbesserter Systeme für den Wasserschutz und das Wassermonitoring unterstreicht, gelangen NABU und BCG zum lapidaren Schluss: «Jeder Tropfen zählt.»

Tatsächlich: glaubt man den Studienautoren, sind die natürlichen Wasserspeicher in der Bundesrepublik in den vergangenen zwei Jahrzehnten bereits um rund 60 Mrd. m³ zurückgegangen. Das entspricht etwa dem Volumen des Bodensees. Sinnigerweise liegt dabei die grösste Gefahr im Kleinen. Die Schwächung kleiner Wasserkreisläufe durch seltene oder heftige Niederschläge, durch ausgelaugte Böden sowie wegen des Oberflächenabflusses gilt als besonders kritisch. Denn laut der Studie sind es diese Kreisläufe, welche dafür sorgen, dass die Landschaften kühl, feucht und gesund blieben.

Wasserknappheit könnte eine halbe Billion Euro kosten

Doch infolge veränderter Wetterlagen werden Dürren und lokale Wasserknappheit immer häufiger. Die geschätzten wirtschaftlichen Kosten bis 2050, von 2025 aus gerechnet: jährlich zwischen EUR 20 bis 25 Mrd., oder insgesamt EUR 500 bis 625 Mrd. Nichtstun könnte also teuer werden. Doch was genau ist nötig, um Deutschlands Frischwasser-Haushalt wieder ins Lot zu bringen? NABU und BCG sehen folgende Ansatzpunkte:

  • Für einen langfristig stabilen Wasserhaushalt muss laut der Studie die natürliche Speicher- und Wiederauffüllungskapazität aufgebaut und gesichert werden.
  • Der Fokus muss dort liegen, wo Menschen den Wasserkreislauf direkt beeinflussen können. Am ehesten möglich ist dies bei Seen und Flüssen, der Landoberfläche und den oberen Bodenschichten. So kann etwa der Abfluss von Oberflächenwasser gezielt eingedämmt werden.
  • Regenerative Landwirtschaft, nachhaltige Forstwirtschaft und dynamische Drainage (Entwässerung) sind laut der Studie effektive und kostengünstige Massnahmen, um die Frischwasser-Lücke zu schliessen. Die organische Substanz des Bodens wird aufgebaut und stärkt dessen Wirkung als «Kohlenstoff-Schwamm». Die Diversifizierung von Wäldern verbessert ebenfalls die Aufnahmefähigkeit von Wasser.

Lässt sich das Speicherdefizit doch noch schliessen?

Die Studienautoren erwarten, dass die Kombination von regenerativer Landwirtschaft, nachhaltiger Forstwirtschaft und dynamischer Drainage – also eine Mischung zwischen naturbasierten und technischen Lösungen – ein wichtiger Hebel ist. Sie rechnen vor, dass so der Landschaft jährlich etwa 7 bis 7,5 Milliarden m3 Wasser wieder hinzugefügt würden. Das sei genug, um das Wasserspeicher-Defizit in Deutschland bis 2040 wirksam zu schliessen. Um eine zukunfts­fähige Wasser­bewirt­schaftung zu sichern, brauche es allerdings auch den Schulter­schluss zahlreicher Akteure – wie die öffentliche Hand, Wirtschaft, Landnutzer und der Finanzsektor.

Zumindest Deutschland wäre dannzumal bezüglich des Frischwasservorrats wieder in den schwarzen Zahlen. Doch wie präsentiert sich die Lage für Anlegerinnen und Anleger, die das Thema Wasserknappheit auf globaler Ebene adressieren möchten?

Wassertechnologie, Wasserschutz und Wasserversorgung im Einsatz gegen die Wasserknappheit

Unseres Erachtens erscheint auch hier der obengenannte Fokus auf naturbasierte und technische Lösungen als aussichtsreich. Insbesondere innovative Unternehmen aus den Bereichen Wassertechnologie, Wasserschutz und Wasserversorgung können hier attraktive Chancen bieten (siehe Grafik unten).

Wassersektor mit attraktiven Investitionsmöglichkeiten
 

Quelle: Zürcher Kantonalbank

Dafür spricht einerseits die Aussicht auf ein überd­urchschnitt­liches Wachstums­potenzial; der Wassersektor wächst bisland mit durchschnittlich 4 bis 6% rund doppelt so schnell wie das globale BIP. Wir fokussieren dort auf Unternehmen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs) adressieren können. Wir setzen zudem auf Qualität und investieren nur in Firmen, die ihre Kapitalkosten langfristig verdienen können sowie über stabile Bilanzen und ein überzeugendes Management-Team verfügen.

Treiber des Wachstums: Wasserknappheit, Wasserinfrastruktur und Wasserqualität

Mit Blick auf das überdurchschnittliche Wachstumspotenzial des Wassersektors identifizieren wir folgende Treiber: Neben der hohen Nachfrage nach Wasser sind dies die dringenden Investitionen in die vielerorts überalterte Wasserinfrastruktur. In Grossbritannien beispielsweise gehen laut dem Analysedienst DiscoverWater täglich rund 3 Millionen Liter Trinkwasser beim Transport verloren. In den USA wiederum wird der Investitionsbedarf in Wasserinfrastruktur von der American Society of Civil Engineers bis ins Jahr 2033 auf USD 1 Billion geschätzt. Ein weiterer Treiber sind schliesslich die steigenden Ansprüche an die Wasserqualität, letzteres auch in Zusammenhang mit dem Boom Künstlicher Intelligenz KI.

Diese Treiber wirken auf eine breite Palette an Anwendungen, die wir in den drei Investmentbereichen Wassertechnologie, Wasserschutz und Wasserversorgung als besonders attraktiv erachten:

  • Wassertechnologie: Fortschrittliche Messtechnik (Advanced Metering Infrastructure) und «smarte» Softwareanwendungen, Wasseraufbereitung
  • Wasserschutz: Verhinderung der Ressourcenerschöpfung, komplexes Management industrieller Abwässer, Recycling mit Wiederverwendung zugunsten des Frischwasservorrats
  • Wasserversorgung: Meerwasser-Entsalzung, Modernisierung von Wasserinfrastruktur, digitale Systeme zur optimierten Verteilung von Frischwasser sowie zur Erkennung von Lecks in Leitungen.

Um potenzielles Renditewachstum, Nachhaltigkeit und Qualität in diesen Bereichen ausfindig zu machen und mögliche Risiken breiter zu streuen, kann es sich lohnen, auf von Expertinnen und Experten aktiv verwaltete Anlagefonds zurückzugreifen. Hier erfahren Sie mehr zu der nachhaltigen Strategie von Swisscanto zum Thema Wasser und Wasserschutz – und zu anderen strukturellen Investmentthemen:

Investmentthema «Water» im Gespräch

0%
Portfoliomanager Gerhard Wagner mit Insights über das Thema Wasser und dessen Anlagechancen.

Rechtliche Hinweise Schweiz

Das vorliegende Dokument dient ausschliesslich Werbe- und Informationszwecken, ist für die Verbreitung in der Schweiz bestimmt und richtet sich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung verbietet. Wo nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben auf die Fonds luxemburgischen Rechts, welche von Swisscanto Asset Management International S.A. verwaltet werden (im Folgenden «Swisscanto Fonds»). Bei den beschriebenen Produkten handelt es sich um Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) im Sinne der EU-Richtlinie 2009/65/EG, die der Aufsicht der luxemburgischen Aufsichtsbehörde (CSSF) unterstehen. Dieses Dokument stellt keine Aufforderung oder Einladung zur Zeichnung oder zur Abgabe eines Kaufangebots für irgendwelche Wertpapiere dar, noch bildet es eine Grundlage für einen Vertrag oder eine Verpflichtung irgendwelcher Art. Alleinverbindliche Grundlage für den Erwerb von Swisscanto Fonds sind die jeweiligen Rechtsdokumente (Vertragsbedingungen, Verkaufsprospekte, Basisinformationsblätter (PRIIP KIDs) sowie Geschäftsberichte), welche unter https://products.swisscanto.com, bei der Swisscanto Fondsleitung AG, Bahnhofstrasse 9, CH-8001 Zürich (ebenfalls Vertreterin der luxemburgischen Swisscanto Fonds) oder in allen Geschäftsstellen der Zürcher Kantonalbank kostenlos bezogen werden können. Die Zahlstelle für die luxemburgischen Swisscanto Fonds in der Schweiz ist die Zürcher Kantonalbank, Bahnhofstrasse 9, CH-8001 Zürich. Informationen über die nachhaltigkeitsrelevanten Aspekte gemäss der Verordnung (EU) 2019/2088 sowie die Strategie zur Förderung der Nachhaltigkeit bzw. zur Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen im Fondsanlageprozess sind auf der gleichen Internetseite abrufbar. Das im Dokument genannte Teilvermögen unterfällt Artikel 9 der Verordnung (EU) 2019/2088. Der Vertrieb des Fonds kann jederzeit ausgesetzt werden. Die Anleger werden rechtzeitig über eine allfällige Deregistrierung informiert. Mit der Anlage sind Risiken, insbesondere diejenigen von Wert- und Ertragsschwankungen, verbunden. Anlagen in Fremdwährungen unterliegen Wechselkursschwankungen. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator und keine Garantie für den Erfolg in der Zukunft. Die Risiken sind im Verkaufsprospekt und in den PRIIP KIDs beschrieben. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen wurden mit grösster Sorgfalt zusammengestellt. Trotz professionellen Vorgehens kann die Richtigkeit, Vollständigkeit sowie die Aktualität der Angaben nicht garantiert werden. Jede Haftung für Investitionen, die sich auf dieses Dokument stützen, wird abgelehnt. Das Dokument entbindet den Empfänger nicht von seiner eigenen Beurteilung. Insbesondere wird dem Empfänger empfohlen, die Informationen allenfalls unter Beizug eines Beraters auf ihre Vereinbarkeit mit seinen persönlichen Verhältnissen sowie auf rechtliche, steuerliche und andere Konsequenzen zu prüfen. Der Verkaufsprospekt und die PRIIP KIDs sollten vor einer Anlageentscheidung gelesen werden.

Die in diesem Dokument beschriebenen Produkte und Dienstleistungen sind für US-Personen gemäss den einschlägigen Regulierungen (insbesondere Regulation S des US Securities Act von 1933) nicht verfügbar. Stand der Daten (wo nicht anders angegeben): 11.2024

© Zürcher Kantonalbank. Alle Rechte vorbehalten.

Rechtliche Hinweise international

Das vorliegende Dokument dient ausschliesslich Werbe- und Informationszwecken und richtet sich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung verbietet. Wo nicht anders angegeben, beziehen sich die Angaben auf die Fonds luxemburgischen Rechts, welche von Swisscanto Asset Management International S.A. verwaltet werden (im Folgenden «Swisscanto Fonds»). Bei den beschriebenen Produkten handelt es sich um Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) im Sinne der EU-Richtlinie 2009/65/EG, die der Aufsicht der luxemburgischen Aufsichtsbehörde (CSSF) unterstehen.

Dieses Dokument stellt keine Aufforderung oder Einladung zur Zeichnung oder zur Abgabe eines Kaufangebots für irgendwelche Wertpapiere dar, noch bildet es eine Grundlage für einen Vertrag oder eine Verpflichtung irgendwelcher Art. Alleinverbindliche Grundlage für den Erwerb von Swisscanto Fonds sind die jeweiligen veröffentlichten rechtlichen Dokumente (Vertragsbedingungen, Verkaufsprospekte und Basisinformationsblätter (PRIIP KIDs) sowie Geschäftsberichte), welche unter https://products.swisscanto.com/ kostenlos bezogen werden können. Informationen über die nachhaltigkeitsrelevanten Aspekte gemäss der Verordnung (EU) 2019/2088 sowie die Strategie von Swisscanto zur Förderung der Nachhaltigkeit bzw. zur Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen im Fondsanlageprozess sind auf der gleichen Internetseite abrufbar. Der im Dokument genannte Teilfonds unterfällt Artikel 9 der Verordnung (EU) 2019/2088.

Der Vertrieb des Fonds kann jederzeit ausgesetzt werden. Die Anleger werden rechtzeitig über eine allfällige Deregistrierung informiert. Mit der Anlage sind Risiken, insbesondere diejenigen von Wert- und Ertragsschwankungen, verbunden. Anlagen in Fremdwährungen unterliegen Wechselkursschwankungen. Die vergangene Wertentwicklung ist kein Indikator und keine Garantie für den Erfolg in der Zukunft. Die Risiken sind im Verkaufsprospekt und in den PRIIP KIDs beschrieben. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen wurden mit grösster Sorgfalt zusammengestellt. Trotz professionellen Vorgehens kann die Richtigkeit, Vollständigkeit sowie die Aktualität der Angaben nicht garantieren. Jede Haftung für Investitionen, die sich auf dieses Dokument stützen, wird abgelehnt. Das Dokument entbindet den Empfänger nicht von seiner eigenen Beurteilung. Insbesondere wird dem Empfänger empfohlen, die Informationen allenfalls unter Beizug eines Beraters auf ihre Vereinbarkeit mit seinen persönlichen Verhältnissen sowie auf rechtliche, steuerliche und andere Konsequenzen zu prüfen. Der Verkaufsprospekt und die PRIIP KIDs sollten vor einer Anlageentscheidung gelesen werden.

Eine Übersicht über die Rechte der Anleger ist unter https://www.swisscanto.com/int/de/rechtliches/zusammenfassung-anlegerrechte.html verfügbar.

Die in diesem Dokument beschriebenen Produkte und Dienstleistungen sind für US-Personen gemäss den einschlägigen Regulierungen (insbesondere Regulation S des US Securities Act von 1933) nicht verfügbar. Stand der Daten (wo nicht anders angegeben): 11.2024

© Zürcher Kantonalbank. Alle Rechte vorbehalten.