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Asset Allocation Update: Lösung im Iran verzögert sich, KI und Zinspolitik bleiben

Im März verdrängte die Energieversorgung sogar die KI aus den Schlagzeilen. Die Finanz­märkte preisten angesichts eines 50-Prozent-Anstiegs des Ölpreises zeitweise eine Stagflation ein – ein ungerecht­fertigtes Narrativ aus 2022. Am wahr­schein­lichsten ist aus wahltaktischen Gründen entweder eine baldige De­es­kalation im Nahen Osten oder – im Gegenteil – eine militärische Eskalation, um die Blockade der Erdöllieferungen zu beenden.

Text: Nicola Grass

Provozieren höhere Energiepreise Zinserhöhungen? (Bild: iStock.com).

Was haben wir in den Port­folios angepasst?

AUD-Anleihen profitierten von Fremd­währungs­gewinnen (8% seit Oktober zu CHF und 11% zu EUR). Dies dürfte sich kurzfristig kaum im gleichen Mass wiederholen. Wir swi­tchen daher in währungs­abgesicherte globale Staatsanleihen mit einer deutlich höheren Duration.

Halbleiter waren die Treiber für Emerging Markets, wir bauen gestiegenes Klumpenrisiko ab. Reduktion

Resilient in der Energiekrise, aber Risse bei Konsum und Private Credit. Reduktion

Abstrafung des defensiven Marktes im März ist mit Problemen bei Large Caps und zyklischen High Flyers nicht gänzlich erklärbar. Zukauf

Seit 2000 war der JPY im Jahre 2011 mit 75 JPY/USD am stärksten, 2024 und im vergangenen März mit 160 JPY/USD am schwächsten. Zwei Hauptgründe für einen temporär stärkeren JPY: In den letzten 3 Jahren lag die Inflation bei 3% und US-Druck aufgrund des Handelsüberschusses für besseren Exportzugang.

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Chefstratege Stefano Zoffoli zu den Anpassungen der Taktischen Asset Allocation für den Monat April.

Nach dem Energiestress zurück auf die bisherigen Treiber

Was wir wie die meisten Beobachter anfänglich als einen kurzen militärischen Eingriff der USA in einer für die Weltwirtschaft heiklen Region eingeschätzt hatten, ist zu einem Engpass der Erdöl- und Erdgas­lieferung nach Asien und Europa eskaliert. Angesichts eines Ölpreisanstiegs von 50% haben die Finanzmärkte zeitweise ein Stag­flations­szenario eingepreist: Die höhere Inflation zwinge die Noten­banken zu Zins­erhöhungen und bremse somit die Konjunktur bis hin zur Stagnation. Dieses Narrativ erinnert an 2022. Damals stiegen die Löhne nach der Post-Covid-Pandemie aufgrund des Arbeitskräftemangels. Ebenso kletterten die Preise für Güter- und Dienstleistungen als Folge von Lieferkettenproblemen. Auf die aktuelle Situation gemünzt, erscheint uns ein Stagflations-Szenario indes als ungerechtfertigt, da steigende Preise vor allem auf höhere Energiepreise zurückzuführen sind. Wir erwarten daher, dass die Finanzmärkte den Fokus bald wieder auf die Themen KI und Private Credit richten. Die grössten entstandenen Marktverzerrungen identifizieren wir bei den Obligationen.

Übertriebener Pessimismus bei Obligationen

Der Kaufkraftverlust der US-Konsumenten infolge höherer Benzinpreise wirkt sich für die Republikaner negativ auf die anstehenden Zwischenwahlen im November aus. Unser Hauptszenario geht daher von einer baldigen Deeskalation im Nahen Osten aus. Wo haben sich an den Finanzmärkten nutzbare Verzerrungen ergeben? Bei den Zinserwartungen kam es zu einer Kehrtwende: Wurden im Februar noch Zins­senkungen, etwa durch die US-Fed, erwartet, preist der Markt nun Zins­erhöhungen ein. Wir erachten dies für überzogen. Wir nutzen dies und erhöhen die Duration bei globalen Staatsanleihen, welche von einem Rückgang der Inflationsängste und von Zinslockerungen profitieren sollten (siehe Chart). Allein der Fall der US-Renditen auf den Wert von Anfang März würde bei einer 20-jährigen Anleihe Gewinne von 5% auslösen. Dagegen schliessen wir die Position in AUD-Staatsanleihen, welche vom 10% Anstieg der Rohstoffwährung angehoben wurden. Ausser in inflationären Phasen, messen wir der Duration von Staatsanleihen weiterhin eine wichtige diversifizierende Wirkung in einem gemischten Portfolio bei.

Quelle: Bloomberg, Zürcher Kantonalbank; Die Wertentwicklungsangaben beziehen sich auf den zugrunde liegenden Index. Wertentwicklungen und Renditen der Vergangenheit sowie Schätzungen bezüglich zukünftiger Wertentwicklungen, Renditen und Risiken sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.

Aktien weiter bevorzugt, regionale Anpassungen

Der globale Aktienmarkt hat seit seinem Höchststand Ende Februar rund 8% in USD verloren. Die teils spürbare Euphorie von Ende Februar hat also abgenommen, was zusammen mit dem ungebrochenen Wachstum der Firmen­gewinne für unser Über­gewicht in den Aktien spricht. Regional drängen sich gezielte Änderungen auf: Die USA haben in der Iran-Krise deutlich weniger verloren, doch Gegenwind kommt vom Arbeitsmarkt (teils KI-bedingt) und vom angeschlagenen Private-Credit-Bereich. Die Emerging Markets werden weniger stark bevorzugt als in den vergangenen Quar­talen, weil Anlegerinnen und Anleger in den grossen KI-Firmen zu ambitionierte Erwartungen einpreisen. Ganz anders präsentiert sich der Schweizer Aktienmarkt, wo zu düstere Aussichten eingepreist sind. Bei den Alternativen Anlagen nehmen wir keine Veränderung vor und bleiben nach der Kursbereinigung in Gold über­ge­wichtet. Erfolgreich zur Diversifikation im turbulenten März beigetragen haben Alternative Anlagen wie Insurance-Linked Bonds.

Unsere Taktische Asset Allocation im April 2026

 

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im März und April 2026 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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