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Asset Allocation Update: Ist der Tech-Winterschlaf bald vorbei?

US-Technologiewerte stagnieren. Doch durch anhaltende Gewinnsteigerungen werden die Bewertungen attraktiver. Die laufende Gewinnsaison könnte somit neuen Schwung in die Kurse bringen. Gleichzeitig erhalten zyklische Sektoren Rückenwind durch aussichtsreiche Konjunkturdaten und lockere Finanzkonditionen. Aber: das Sentiment wird zunehmend euphorisch, während der starke Renditeanstieg in Japan und die beeindruckende Edelmetall-Rally potenzielle Systemrisiken bergen.

Text: Nicola Grass

Krokusse im Schnee
Tech-Werte könnten nach der aktuellen Ruhephase wieder aufblühen (Bild: iStock.com).

Was haben wir in den Portfolios angepasst?

Unsere Ökonomen haben die Konjunkturprognosen für die USA weiter erhöht (nun über 2% für 2026). Zudem könnten der starke Renditeanstieg in Japan und die von US-Präsident Donald Trump befeuerten politischen Unruhen für zusätzlichen Verkaufsdruck sorgen.

US-Technologiewerte tendieren seit vergangenem Oktober seitwärts, während das Gewinnwachstum weiterhin hervorragend ist (US Tech +20% im Q4/25 vs. 1% bei US ex Tech). Gleichzeitig ist die Bewertung (KGV) zurückgegangen (von 28 auf 25). Wir kaufen deshalb zu.

Nach der starken Aufhol­jagd von Health­care-Werten im November hat das Momentum nun nach­gelassen. Zudem werden die Gewinn­erwartungen stark nach unten revidiert. Wir verkaufen deshalb unsere taktische Position.

Globale Small Caps sind nach starker Under­performance günstig bewertet. Mit einem erwarteten Gewinn­wachstum von 25% für 2026 und begünstigt durch niedrigere Kredit­zinsen und Diversifikation bieten sie attraktive Chancen im Vergleich zu anderen zyklischen Anlagen.

Unsere EM-Wette geht voll auf und der Jahresstart ist sehr erfreulich. Die Performance von +6% seit Jahresbeginn ist breit über Stile und Länder abgestützt. Wir erhöhen deshalb unser Übergewicht.

Der Rohstoffindex BCOM hat, auch dank des starken Preisanstiegs von Erdgas um mehr als 40% seit Jahresbeginn ein neues Allzeithoch erreicht. Das Momentum ist stark und Iran birgt Risiken beim Erdöl. Wir schliessen deshalb unser Untergewicht und bleiben bei Gold übergewichtet.

Wir haben unser Übergewicht bei den kotierten Schweizer Immobilien­fonds geschlossen. Die Nachfrage bleibt zwar hoch, doch die Agios (38% beim SWIIT) sind vor allem im Wohnbereich überzogen, und die saisonal starke Phase ist vorbei.

Obligationen: Schwellenländer und Australien

Die Renditen von US-Staatsanleihen drehen seit dem Jahresstart wieder nach oben. Grund sind die erneuten verbalen Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf Europa und die starken Konjunkturdaten. Zudem ist der Entscheid des US Supreme Court bezüglich der Handelszölle fällig was den Druck auf das Staatsbudget massiv erhöhen könnte. Obwohl wir globale Staatsanleihen auf den aktuellen Renditeniveaus grundsätzlich attraktiv finden, sehen wir mehr Chancen bei Schwellenländern oder in Australien. Bei den Unternehmensanleihen bleiben wir bei unserem Untergewicht und nehmen das Risiko lieber bei den Aktien und Wandelanleihen, wo uns das Aufwärtspotenzial deutlich grösser erscheint. Ebenfalls stark untergewichtet bleiben wir bei den unserer Meinung nach wenig attraktiven CHF-Anleihen.

Aktien: Barbell-Strategie neu aufgestellt

Für die letzten Monate hatten wir eine Barbell-Strategie mit Tech und Pharma. Nun verkaufen wir die Pharmawerte und kaufen dafür globale Small Caps. Damit wollen wir das Momentum des zyklischen Aufwinds nutzen. Auf der anderen Seite erhöhen wir unser Übergewicht im IT-Sektor. Dieser ist seit vergangenem Oktober etwas aus dem Fokus geraten und tendiert seither seitwärts. Da aber gleichzeitig die Fundamentaldaten weiterhin sehr gut aussehen, ist die Bewertung gegenüber dem Gesamtmarkt deutlich zurückgekommen (Chart 1). Ein weiterer Zukauf erfolgt bei den Schwellenländer-Aktien, die unseres Erachtens ein starkes Momentum aufweisen. Damit erhöhen wir unser Aktienübergewicht auf 3%.

Quelle: Bloomberg, Zürcher Kantonalbank

Alternative Anlagen: Neuer Superzyklus bei den Rohstoffen?

Edel- und Industriemetalle kennen aktuell nur eine Richtung: nach oben. Nun sind aufgrund des kalten Wetters in den USA auch die Erdgaspreise explodiert. Da im Iran aufgrund der massiven Proteste Risiken beim Erdölpreis bestehen, wollen wir uns nicht mehr gegen dieses Momentum stemmen und schliessen unser Untergewicht. Beim Gold bleiben wir vorerst noch übergewichtet, obwohl nun bei rund 5'000 USD pro Unze vermehrt Gewinnmitnahmen folgen dürften.

Gewinnmitnahmen haben wir bei den kotierten Immobilienfonds realisiert, welche nun sehr teuer und ein starker Konsensus-Trade in der Schweiz geworden sind.

Unsere Taktische Asset Allocation im Februar 2026

 

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im Januar und Februar 2026 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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