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Asset Allocation Update: Silber im Aufwind, USD unter Druck

Die Eingriffe des US-Finanzministeriums in die Bond- und Währungsmärkte haben die Investoren verunsichert und für Volatilität an den Obligationenmärkten gesorgt. Der USD gerät unter Druck, während Edelmetalle, vor allem Silber, an Momentum gewinnen. Gleichzeitig bleiben die hohen Realrenditen globaler Staatsanleihen und das starke Gewinnwachstum bei Aktien attraktiv. Unsere Stossrichtung im Portfolio behalten wir – trotz einiger kleiner Anpassungen.

Author: Dr. Roger Rüegg

Dr. Roger Rüegg zu den Anpassungen der Taktischen Asset Allocation für den Monat September.

Was haben wir in den Portfolios angepasst?

Edelmetalle legten im August kräftig zu, wichtige Widerstände wurden durchbrochen (Gold > USD 4’500). Nun ziehen auch die ETF-Flows an. Wir kaufen Silber dazu, da wir hier noch mehr Potenzial sehen als bei Gold.

Aufgrund der Eingriffe des US-Finanzministeriums hat die De-Dollarisierung nach etwa einem Jahr Pause wieder Fahrt aufgenommen. Wir reduzieren deshalb unsere US-Dollarquote in den Portfolios.

Schwellenländeraktien haben im Juli stark korrigiert und sind deutlich günstiger geworden (KGV von 10). Das Gewinnwachstum bleibt sehr stark (70% für 2026). Gerade bei den Überfliegern aus Korea und Taiwan wurde etwas Luft abgelassen. Wir erhöhen unser Übergewicht.

Die Sektoren Finanzwesen, Energie und Grundstoffe stufen wir aktuell als attraktiv ein. Dies entspricht dem kanadischen Aktienindex, weshalb wir taktisch in ein Übergewicht gehen. Der aktuelle Handelsstreit ist für diese Aktien weniger relevant.

Wir bleiben long Duration im Ausland, stufen aber Australien wegen der aktuellen Lage als attraktiver ein als die USA. Dort liegen die Renditeniveaus bei 5%, die Staatsverschuldung ist mit einem Debt-to-GDP von 50% tief und die Wirtschaft schwächt sich ab.

Obligationen: Interventionen des US-Finanzministeriums sorgen für Nervosität

Das US-Finanzministerium zeigte sich im August von seiner aktivistischen Seite: Zuerst stützte es in Zusammenarbeit mit der Bank of Japan den Yen, danach kündigte es verstärkte Rückkäufe langfristiger US-Staatsanleihen an. Damit soll die Zinskurve abgeflacht und die Zinslast der US-Regierung reduziert werden. Beide Effekte sind aber schnell verpufft und zeugen von einer gewissen Nervosität. In der Folge hat der USD rund 3% verloren, während «Misstrauens-Assets» wie Edelmetalle oder Kryptos deutlich zulegten. Ein Indiz dafür, dass Anlegerinnen und Anleger Vertrauen in den USD verlieren oder sich absichern wollen.

Wir sehen die Gründe für den starken Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen nicht primär bei Inflations- oder Verschuldungsängsten, denn die Inflationserwartungen bleiben verankert. Hinzu kommt, dass auch die Renditen von Staaten mit tiefer Verschuldung stark angestiegen sind. Es handelt sich daher eher um ein globales Zinsphänomen als um ein isoliertes US-Problem.

Da die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe aber nach oben ausgebrochen ist, reduzieren wir dort das Risiko und verschieben unseren Fokus nach Australien. Grundsätzlich halten wir Staatsanleihen bei den aktuell hohen Realrenditen weiterhin für attraktiv und bleiben im Übergewicht.

Chart 1: US-Renditen brechen aus, der Dollar verliert

 

Quelle: Bloomberg, Zürcher Kantonalbank

Aktien: Minenaktien im Aufwind

Die von uns erwartete Erholung von Tech-Aktien ist im August eingetreten und dürfte auch im September anhalten. Wir bleiben deshalb bei Tech-Aktien übergewichtet und kaufen bei den Schwellenländern nochmals dazu. Neben Tech schätzen wir Banken und Minenaktien als interessant ein. Diese finden wir insbesondere in Kanada, weshalb wir dort zulasten von Small Caps dazukaufen. Schweizer Aktien sind weiterhin zu teuer und defensiv, weshalb wir dort untergewichtet bleiben. Bei europäischen Aktien sind wir neutral. Die Konjunktur gewinnt zwar an Fahrt, allerdings dürfte der starke Euro die Gewinnentwicklung belasten und die europäischen Banken sind nach einem sensationellen Run (über 200% in 3 Jahren) nun etwas überkauft und teuer.

Alternative Anlagen und FX: De-Dollarisierung nimmt wieder an Fahrt auf

Neu gehen wir in ein Übergewicht bei Edelmetallen, wobei wir beim Silber noch mehr Potenzial als bei Gold sehen. Die De-Dollarisierung scheint wieder an Fahrt zu gewinnen und deshalb reduzieren wir die US-Dollar-Quote im Portfolio, während wir den australischen Dollar und den Euro aufbauen.

Unsere Taktische Asset Allocation in EUR im September 2026

 

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im August und September 2026 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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