Schweizer Pensionskassenstudie 2026
Die 26. Ausgabe der Pensionskassenstudie bringt zahlreiche Rekorde. Nach dem renditestarken Börsenjahr waren die Deckungsgrade Ende 2025 so hoch wie noch selten. Die privatrechtlichen Kassen erreichten fast den Höchststand von 2021 und die Vorsorgewerke der öffentlichen Hand erzielten gar neue Bestmarken.
Hohe Renditen und volle Reserven vergrössern Unterschiede bei Verzinsung
Die komfortablen Reserven erlaubten eine so hohe Verzinsung wie seit 25 Jahren nicht mehr. Im Schnitt gaben die Kassen 4,7 Prozent an die aktiv Versicherten weiter. Ziehen wir die geringe Inflation von 0,1 Prozent ab, zeigt sich auch hier ein neuer Rekord: Mit 4,6 Prozent erreichten die Kassen die höchste Realverzinsung seit Studienbeginn im Jahr 2000.
2025 gaben die Kassen über drei Viertel der Rendite an die Versicherten weiter.
Iwan Deplazes
Studienergebnisse 2026 auf einen Blick
78% der erwirtschafteten Rendite ging 2025 als Verzinsung an die Versicherten.
Für 93% der Kassen ist die Jahresperformance das zentrale Kriterium beim Verzinsungsentscheid.
Mit einem Anteil von 51% waren die Auszahlungen in Kapitalform 2025 erstmals grösser als die Summe der Rentenzahlungen.
4,6% betrug 2025 die durchschnittliche Realverzinsung der Kassen – so viel wie seit 25 Jahren nicht mehr.
Die 10% mit den höchsten Renditen über fünf Jahre verzinsten 2025 6,8%, während die Bottom-Performer den Versicherten nur 3,7% weitergaben.
26%-Punkte: Das ist die Zins-Differenz zwischen Top- und Bottom-Verzinsern über fünf Jahre.
Einleitung zu den Umfrageresultaten 2026
Aktienbestände auf Allzeithoch
Ein Allzeithoch sehen wir auch bei der Asset Allocation. Aktien dominierten die Portfolios
mit einem Anteil von 34,5 Prozent mehr denn je. Obligationen machten Ende 2025 nur noch 27,3 Prozent aus. Damit haben die Aktien ihren Vorsprung weiter ausgebaut – noch vor zehn Jahren waren Anleihen die wichtigste Anlageklasse.
Die durchschnittliche Nettorendite von 6 Prozent im Jahr 2025 wurde zum grossen Teil mit Aktien erzielt. Hohe Bestände an Obligationen wirkten sich hingegen nicht performancefördernd aus.
Bei den übrigen Anlageklassen zeigen sich kaum Veränderungen. Immobilien bleiben mit einem Anteil von rund einem Viertel der Fels in der Brandung und der Trend zu indirekten Anlagen hält an. Alternative Anlagen stabilisieren sich
auf einem Niveau von rund 5,3 Prozent. Die häufige Nutzung der Erweiterungsbegründung in dieser Anlageklasse verdeutlicht, dass viele Kassen Potenzial in alternativen Anlagen sehen.
Zwischen der Asset Allocation der Kassen zeigen sich wie üblich markante Unterschiede. Trotz
der anhaltend tiefen Zinsen gibt es weiterhin solche, die haupsächlich auf Obligationen setzen, wogegen andere mehr Risiken eingehen. Entsprechend gross ist die Bandbreite bei der Performance: Während die stärksten 10 Prozent der Kassen 2025 eine Rendite von 9,1 Prozent erzielten, erreichten die schwächsten 10 Prozent lediglich 3,2 Prozent.
Verzinsungsentscheid im Fokus
Ähnlich grosse Unterschiede zeigen sich bei der Verzinsung, wobei die Spannweite laufend zunimmt: Lagen 2022 zwischen den Extremwerten 3,5 Prozentpunkte, waren es 2025 ganze 9 Prozentpunkte. Die Kasse mit dem höchsten Zinssatz hat ihren Versicherten vierzehnmal so viel weitergegeben wie die Kasse mit der tiefsten Verzinsung.
Die Spannweite bei der Verzinsung hat in den letzten drei Jahren zugenommen.
Wie diese grossen Unterschiede zustandekommen, beleuchten wir in unserem Themenfokus «Die Macht der Verzinsung – die Kraft der Performance». Fast alle Kassen fällen den Verzinsungsentscheid retrospektiv anhand der Performance. Dabei gewinnen Beteiligungsmodelle an Bedeutung, wobei sich nur wenige Stiftungsräte allein auf mathematische Formeln verlassen, sondern eine Mischform aus Beteiligungsmodell und diskretionärem Entscheid im Stiftungsrat zur Anwendung kommt. Deshalb haben wir auch die Zusammensetzung des Stiftungsrats untersucht. Der Frauenanteil liegt mit 27 Prozent etwas höher als noch vor fünf Jahren.
Da sich die meisten Kassen bei ihrer Anlagestrategie beraten lassen, nehmen wir im Themenfokus auch die Rolle von Investment Consultants unter die Lupe. Zudem werfen wir einen Blick auf die digitalen Plattformen der Kassen und behalten den Trend zum Kapitalbezug im Auge.
AHV 21 bringt Bewegung in die 2. Säule
Die Entwicklung der zentralen Parameter bestätigt das konstante Leistungsniveau der 2. Säule: Die Umwandlungssätze, der technische Zinssatz und die Sollrendite haben sich stabilisiert.
Trotz der hohen Reserven schrauben die Kassen ihre garantierten Leistungen nicht nach oben.
Gleichzeitig wird deutlich, dass die Reform zur Stabilisierung der AHV (AHV 21) Bewegung
in die 2. Säule gebracht hat. Die Flexibilisierung über das ordentliche Rentenalter hinaus kommt ins Rollen – und dürfte die Pensionskassen künftig noch stark beschäftigen.
Umfrage und Teilnehmende
Die Umfrage wurde vom 5. März bis 16. April 2026 über ein Online-Panel durchgeführt. An der 26. Befragung nahmen 528 Pensionskassen teil, das sind 21 mehr als im Vorjahr.
Das Vorsorgevermögen der befragten Vorsorgewerke beträgt insgesamt 939 Milliarden Franken. Die befragten Kassen versichern über 3 Millionen aktiv Versicherte und rund 0,9 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Damit weist die Umfrage eine hohe Repräsentativität auf: Die Pensionskassenstatistik des Bundesamts für Statistik (BFS) verzeichnet aktuell 4,8 Millionen aktiv Versicherte und 1,3 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Die Bilanzsumme der 1’292 Vorsorgeeinrichtungen beträgt insgesamt 1’220 Milliarden Franken (Stand 2024). Die Studie deckt somit rund 83 Prozent des Vorsorgekapitals und 70 Prozent der Versicherten in der 2. Säule ab.