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Asset Allocation Update: Let's get cyclical, cyclical …

Im Gegensatz zur derzeitigen Wetterlage hat sich der Aktienmarkt im Juni aufgrund von Zinsängsten etwas abgekühlt. Wir erwarten aber trotz starker Konjunkturdaten weiterhin keine Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) und kaufen deshalb zyklische Aktien dazu.

Text: Roger Rüegg

In der Kreislaufwirtschaft tätige Unternehmen sehen attraktiv aus. Bild: iStock

Was haben wir in den Port­folios angepasst?

Die Konjunkturdaten überraschen in vielen Regionen weiterhin positiv und zyklische Aktien bauen Momentum auf. Insbesondere Industrieunternehmen, die in der Kreislaufwirtschaft tätig sind, sehen attraktiv aus.

Der Ölpreis notiert ungefähr auf dem Vorkriegsniveau und die Inflationserwartungen sind stark zurückgekommen. Der Aufwärtsdruck auf die Renditen dürfte vorläufig gestoppt sein und der Carry bleibt attraktiv.

Starke Konjunkturdaten, übertriebene Zinsängste in den USA, ein ausgewogenes Sentiment und steigende, weniger konzentrierte Unternehmensgewinne – das Umfeld für Aktien bleibt konstruktiv. 

Wir verkaufen unsere Position in UK-Aktien wieder. Insbesondere der Energie-Hedge scheint uns nun nicht mehr angemessen. Im gleichen Zug gehen wir auch in ein Untergewicht bei den zu defensiven Schweizer Aktien.

Der USD baut dank der geäusserten geldpolitischen Unabhängigkeit von Fed-Präsident Kevin Warsh Momentum auf und ist technisch ausgebrochen. Obwohl wir langfristig Argumente für einen schwächeren USD sehen, wollen wir über den Sommer dieses Risiko reduzieren und kaufen etwas USD dazu.

Dr. Roger Rüegg, Leiter Multi Asset Solutions, zu den Anpassungen der Taktischen Asset Allocation für den Monat Juli.

Obligationen: Inflationsängste bereits wieder verflüchtigt

Obwohl es weiterhin unklar bleibt, ob die Strasse von Hormus nun offen ist oder nicht, ist der Ölpreis der Sorte Brent bereits deutlich vom Höchststand im März von USD 120 auf gut USD 70 gefallen. Damit notiert er wieder auf dem Vorkriegsniveau. Infolgedessen sind auch die Inflations­erwartungen in den USA kollabiert. Die in den einjährigen TIPS eingepreiste Inflationsrate ist von über 5% auf unter 2% gefallen. Auch die langfristigen Inflations­erwartungen sind gesunken. Dabei dürfte auch der «hawkische» Auftritt des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh seinen Teil dazu beigetragen haben. Entgegen dem Marktpricing erwarten wir aber weiterhin keine Zins­erhöhungen der Fed. Der Renditerückgang von USD-Anleihen der vergangenen Wochen dürfte deshalb weiter anhalten. Wir erhöhen unser Übergewicht entsprechend, und zwar global. Dies, da die gleiche Tendenz mit Ausnahme des JPY auch in den restlichen Hauptwährungen wahrscheinlich ist.

Aktien: Zyklisches Exposure präferiert

Das Gewinnwachstum für die anstehende Saison dürfte den Markterwartungen zufolge robust ausfallen; in den USA werden +27% YoY und in der Eurozone +12% erwartet. Das Preismomentum bleibt zudem stark. Da sich aber die Aktienmärkte im vergangenen Juni etwas abgekühlt haben, mit rund 2% Verlust der zweite negative Monat in diesem Jahr, ist das Sentiment nicht mehr euphorisch, und unsere technischen Indikatoren liefern keine Verkaufs­signale mehr. Hinzu kommt, dass auch die Konjunktur an Schwung gewinnt. In den USA stärkt der Börsen­aufschwung die Vermögen – davon profitiert der Konsum. In Europa liegt Potenzial in einer Reduktion der hohen Sparquote. Weiter haben sich die Inflations­ängste verflüchtigt. In der Folge erhöhen wir unser Aktien­übergewicht nun für den üblicherweise starken Monat Juli wieder. Neben Tech-Exposure mögen wir weiterhin zyklische Aktien wie Small Caps und Industrials (siehe Chart). Untergewichtet sind wir neu in den beiden defensiven Aktien­regionen UK und Schweiz. Gerade Schweizer Aktien haben im Juni gut performt, dürften diesen Vorsprung aber wieder hergeben.

Chart: Zykliker dank guter Konjunktur mit Momentum

Die Wertentwicklungsangaben beziehen sich auf den zugrunde liegenden Index. Wertentwicklungen und Renditen der Vergangenheit sowie Schätzungen bezüglich zukünftiger Wertentwicklungen, Renditen und Risiken sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Quelle: Bloomberg, Zürcher Kantonalbank

Alternative Anlagen: Trotz starker Verluste noch kein Einstiegszeitpunkt

Wir verharren bei Gold, Rohstoffen und Immobilien schon einige Monate an der Seitenlinie. Insbesondere Edelmetalle und Öl haben starke Verluste erlitten und befinden sich unserer Meinung nach in einem Abwärts­trend. Bei Gold sind wir strukturell zwar positiv gestimmt, sehen aber technische Gefahren, nachdem neben der 200-Tage-Moving-Average auch die 4'000-Dollar-Marke zeitweise durchbrochen wurde. Auch die vorübergehende Stärke des USD wird belasten. Der Ölpreis könnte zwar noch weiter sinken; die Agrarpreise hingegen dürften aufgrund der extremen Dürre steigen. Deshalb bleiben wir auch bei den Rohstoffen weiterhin neutral gewichtet. Die Immobilien­fonds sind zwar nicht mehr so teuer wie auch schon, und die kantonalen Abstimmungs­ergebnisse im Bereich Wohnen sorgen für Entwarnung. Doch aktuell fehlt es dort unseres Erachtens an Momentum.

Unsere Taktische Asset Allocation im Juli 2026

 

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im Juni und Juli 2026 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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