Anlegen mit ETFs: Warum es einen «Saving January» geben müsste
Es lohnt sich, gleich zu Beginn des Jahres das Sparen ins Auge zu fassen. Angesichts der tiefen Zinsen ist dabei aber Cleverness gefragt: Während das Sparen auf einem Sparkonto Sicherheit bietet, kann das Anlegen langfristig höhere Renditechancen bieten. Weshalb sich hierzu börsengehandelte Indexfonds (ETFs) besonders eignen können, erklärt Ramon Vogt, Leiter Wholesale Schweiz im Asset Management der Zürcher Kantonalbank.
Zu Jahresbeginn haben gute Vorsätze Konjunktur: Sportlichkeit und Gesundheitsbewusstsein rücken in den Vordergrund, der «Dry January» oder gar der «Veganuary» liegen voll im Trend. Kaum jemand dürfte jedoch von einem «Saving January» gehört haben. Schlicht, weil es einen solchen (noch) nicht gibt. Leider: gerade im Januar wäre der Zeitpunkt ideal, um mit Blick auf ein persönliches Spar- oder Anlageziel Geld auf die Seite zu legen.
Wieso eigentlich? Weshalb macht es ausserdem Sinn, über das traditionelle Sparkonto hinaus auch eine Anlage in Wertschriften ins Auge zu fassen? Und warum können sich hierzu börsengehandelten Indexfonds – kurz ETFs – besonders gut eignen? All diesen Fragen gehen wir hier auf den Grund.
Sparkonti vs Anlage: die Krux mit den tiefen Zinsen
Doch der Reihe nach. Jeder Mensch hat finanzielle Ziele – sei es eine höhere Ausbildung, der Traum vom Eigenheim und Familie, oder die Absicherung für den Ruhestand. Oft stellt sich dabei die Frage: Soll ich mein Geld sparen oder anlegen? Während das Sparen auf einem Sparkonto Sicherheit bietet, kann das Anlegen langfristig höhere Renditechancen bieten. Dies insbesondere, weil Sparkonti hierzulande wegen des hartnäckigen Tiefzinsumfelds kaum noch Erträge abwerfen. Mehr noch: die Sparzinsen liegen mittlerweile oft unter der Inflationsrate. Das bedeutet, dass das gesparte Vermögen mit der Zeit an Kaufkraft verliert.
Hingegen: beim Anlegen wird das Geld in Wertpapiere wie beispielsweise Aktien und Anleihen, oder aber in Anlagelösungen wie Fonds oder ETFs investiert. Zwar gibt es hier ein gewisses Risiko, da die Kurse dieser Investments schwanken können. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass Anlagen in den Kapitalmarkt langfristig eine höhere Rendite bieten. Historische Daten machen ersichtlich, dass breit gestreute Aktienportfolios über lange Zeiträume hinweg attraktive Renditechancen bieten, während Fonds und ETFs durch Diversifikation in eine grosse Zahl von Titeln das Risiko von Verlusten reduzieren können. Unter dem Strich bedeutet dies, dass Anlegen helfen kann, die Kaufkraft des angesparten Geldes nicht nur zu bewahren, sondern unter bestimmten Marktbedingungen auch noch einen Vermögenszuwachs zu erzielen.
Als weiterer, entscheidender Vorteil des Anlegens gilt der Zinseszins-Effekt. Dieser beschreibt, wie sich Erträge aus einer Investition im Laufe der Zeit potenzieren. Die Idee dahinter ist einfach. Wenn Zinsen oder Erträge dem Vermögen nicht entnommen, sondern erneut investiert werden, wachsen Ihre Ersparnisse – und zwar exponentiell. Das bedeutet: Je länger investiert wird, desto stärker wirkt der Zinseszins.
Anlegen mit ETFs: der frühe Vogel fängt den Wurm
Genau deshalb ist es auch so wichtig, bereits zu Jahresbeginn zu investieren. Der frühe Vogel fängt den Wurm: Sie nutzen die gesamte Zeitspanne des Jahres, um von möglichen Kurssteigerungen und Dividenden zu profitieren.
Dabei können über die Zeit beträchtliche Summen ins Spiel kommen. Angenommen, jedes Jahr werden CHF 5’000 in einem ETF mit einer durchschnittlichen Rendite von 5% angelegt. Wer die Summe jeweils gleich am 1. Januar investiert und das ganze Jahr über von der Verzinsung profitiert, hätte nach 30 Jahren bereist rund CHF 349'000 angespart. Würde hingegen jedes Jahr erst am 31. Dezember investiert, kämen das Resultat auf etwa CHF 332'000 zu liegen (siehe Grafik unten). Ein Unterschied von rund CHF 17'000 – nur weil jeweils auf zwölf Monate Zinseszins verzichtet wurde.
Vorschüssige vs nachschüssige Verzinsung: Der frühe Vogel fängt den Wurm
Gefragte Indexfonds: ETFs verzeichnen hohe Zuflüsse
Das zeigt: die Renditechancen des Kapitalmarkts und Vorteile wie der Zinseszins-Effekts können Anlegerinnen und Anleger dabei unterstützen, ihre Sparziele zu verwirklichen und sich finanzielle Freiheit zu verschaffen. Möglich ist dies bereits ab kleineren Beträgen und auf einfache Weise – deshalb kann sich Geldanlegen auch für Anfängerinnen und Anfänger lohnen.
Als eines der beliebtesten Instrumente, um langfristig anzulegen, gelten derzeit ETFs. Die börsengehandelten Fonds bilden die Wertentwicklung eines bestimmten Indexes ab – beispielsweise des Schweizer Bluechip-Aktienindex SMI oder des Weltaktien-Index MSCI World. ETFs haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum erfahren – allein im Jahr 2025 flossen den Anlagelösungen in Europa gemäss den Daten des Branchendienstes etfbook.com mehr als USD 389 Mrd. Das kommt nicht von ungefähr, weisen ETFs doch aus Anlagesicht eine Reihe von attraktiven Eigenschaften auf. Das sind die wichtigsten:
Diese Vorteile können ETFs beim langfristigen Vermögensaufbau bieten
- Kostengünstig: ETFs weisen in der Regel niedrigere Gebühren auf als aktiv verwaltete Fonds, da sie passiv gemanagt werden. Das bedeutet, dass sie einem Index folgen, ohne dass ein Fondsmanager aktiv Entscheidungen treffen muss.
- Einfache Handhabung: ETFs können wie Aktien an der Börse gekauft und verkauft werden. Es braucht lediglich ein Wertschriftendepot, um damit loszulegen.
- Breite Diversifikation: Mit einem ETF investieren Anlegerinnen und Anleger in eine Vielzahl von Unternehmen, was das Risiko eines Totalverlusts minimiert.
- Transparenz: Da ETFs einen Index abbilden, können lässt sich in der Regel leicht nachvollziehen, welche Werte im Fonds enthalten sind.
- Flexibilität: Es gibt ETFs für nahezu alle Anlageklassen, Regionen und Branchen. So können Anlegerinnen und Anleger Portfolio individuell gestalten.
- Mit kleinen Beträgen starten: Viele ETFs erlauben bereits Investitionen ab wenigen hundert CHF.
- Nachhaltigkeit kommt nicht zu kurz: Eigens entwickelte Nachhaltigkeits-Ansätze wie jener hinter den Swisscanto ESGeneration SDG ETFs berücksichtigen beim Anlegen auch Aspekte wie Umwelt, Gesellschaft und gute Unternehmensführung (siehe Box unten).
Wie Nachhaltigkeit in ETFs gelangt
Um nachhaltige Aspekte bei der Anlage zur berücksichtigen, folgen ETFs bei der Anlage oftmals Standard-ESG-Indizes. Diese berücksichtigen bei der Zusammensetzung des Referenzindex der die Kriterien Umwelt (Environmental, E), Gesellschaft (Social, S) und gute Geschäftsführung (Governance, G). Die vier nachhaltigen Swisscanto ESGeneration SDG ETFs heben sich davon ab, dank einer vom Asset Management der Zürcher Kantonalbank in-house entwickelte Nachhaltigkeitsmethodik: Diese kombiniert die Anwendung von ESG-Kriterien mit einem Fokus auf die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs). Nur die Unternehmen, die einen positiven Beitrag zu den SDGs leisten, verbleiben im Universum. Der eigens kreierte innovative Ansatz wird umgesetzt mit massgeschneiderten Indizes, die ein unabhängiger Indexanbieter täglich kalkuliert.
Fazit: Anlegen lohnt sich – je früher, desto besser
Während das Sparen auf einem Sparkonto Sicherheit bietet, kann das Anlegen langfristig höhere Renditechancen bieten. Der Zinseszins-Effekt zeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig zu investieren und Erträge wieder anzulegen. Besonders ETFs sind eine attraktive Option für alle, die kostengünstig, einfach und breit diversifiziert investieren möchten. Und es kann sich rechnen, schon Anfang Jahr damit zu beginnen.