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So spart man heute für die Kleinen

Bereits mit der Geburt beginnen viele Leute damit, für Kinder Geld zur Seite zu legen. Wer aber langfristig mehr für die Kleinen herausholen möchte, sollte nicht auf Sparkonti einzahlen, sondern über ETFs an den Finanzmärkten investieren.

Ramon Vogt

Vater schaut mit seinen kleinen Kindern in ein Laptop
Bild: Getty Images

Manchmal liegt der erste «Batzen» bereits auf dem Spar­konto, noch bevor das Neu­geborene den ersten Schrei ausgestossen hat. Mit dem Geld wollen Eltern, Verwandte und Bekannte dem Kind ein Geschenk für die Zukunft machen. Die Idee dahinter: Bis es gross ist, sammeln sich die Ein­zahlungen an und ergeben später, zusammen mit den Zinsen, ein willkommenes Start­kapital – für ein Ausland­semester, die erste Wohnung oder um die Welt zu entdecken.

Was früher ein bewährtes Konzept war, erfüllt angesichts der tiefen Zinsen seinen Zweck nicht mehr – zumindest was die Zusatz­einkünfte auf einem Spar­konto betrifft. Doch es gibt eine Alternative, die auch heute noch funktioniert: das ETF-Sparen.

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, sind eine einfache und kosten­günstige Möglichkeit, breit diversifiziert an den Märkten zu investieren. Sie bilden die Wert­entwicklung eines bestimmten Indexes, wie etwa des MSCI World oder des S&P 500, transparent ab. In der Regel sind sie kosten­günstig und bieten langfristig die Chance auf eine attraktive Rendite. Sollen gleichzeitig Nach­haltigkeits­ziele berücksichtigt werden, stehen – beispiels­weise mit den Swisscanto SDG ESGeneneration ETFs – ebenfalls mass­geschneiderte Lösungen zur Verfügung. Über ETFs investieren Anlegerinnen und Anleger in Hunderte oder sogar Tausende von Unter­nehmen weltweit, was das Risiko einzelner Verluste reduziert. Aufgrund des langen Anlage­horizonts, der bei Kindern gegeben ist, gleichen sich kurzfristige Markt­schwankungen dabei meistens aus. In der Vergangenheit lag die durch­schnittliche jährliche Rendite von breit gestreuten Aktien-ETFs, beispielsweise auf den MSCI-World-Index, bei etwa 6 bis 8 Prozent. Natürlich gibt es keine Garantie, dass diese Renditen auch in Zukunft erzielt werden, doch die historische Entwicklung zeigt, dass Aktien­märkte langfristig wachsen.

Früh einzahlen lohnt sich

Vor allem wenn langfristig ein Vermögen für Kinder aufgebaut werden soll, bieten ETFs Vorteile. Der mass­gebliche Faktor ist dabei der reinvestierte Ertrag, der zu einem mit dem Zinseszins vergleich­baren Effekt führt. Auch hier gilt: je früher man mit den Einzahlungen startet, desto mehr Wirkung können die angefallenen Renditen erzielen. Auf diese Weise kann, selbst mit kleineren, zum Beispiel monatlichen Beträgen, über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren eine beachtliche Summe angespart werden.

Ein Rechen­beispiel: Wer jeden Monat 50 Franken in einen ETF investiert und damit eine durchschnittliche jährliche Rendite von 4 Prozent erzielt, hat nach 20 Jahren 23'217 Franken angespart – und das bei einer Gesamt­einzahlung von nur 12'000 Franken. Beinahe die Hälfte der Angesparten steuern Marktrendite und Zinseszins bei. (siehe Grafik).

Fast die Hälfte des Vermögens steuert die Marktrendite bei

 

Vergleich Vermögensaufbau bei monatlicher Einzahlung von 50 Franken in ETF resp. Sparkonto. Vermögensentwicklung in CHF. Quelle: Zürcher Kantonalbank

Ähnlich sieht es aus, wenn man zur Geburt eine Einmalzahlung in einer vergleich­baren Höhe in einen ETF tätigt und anschliessend den Zinseszinseffekt (streng genommen die reinvestierten Renditen) über dieselbe Periode wirken lässt. Wer dagegen dieselben Einzahlungen auf ein Sparkonto mit 0,5 Prozent Zinsen tätigt, hat nach 20 Jahren nur 12'623 Franken auf dem Konto, trotz Zinseszinseffekt.

Sparen für Kinder ist mehr als nur eine Geldanlage. Es ist ein Geschenk für die Zukunft – und mit einer Investition in ETFs kann dies durchaus rentabel sein.