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Asset Allocation Update: März-Allokation trotz Iran-Konflikt bestätigt

Die jüngste Eskalation im Iran sorgt für Unsicherheit an den Finanz­märkten. Dennoch dürften unserer Ansicht nach die Auswirkungen auf die Welt­wirtschaft und die globalen Märkte begrenzt bleiben. Wir halten deshalb vorerst an den für März beschlossenen Anpassungen in unserer Asset Allokation fest.

Text: Nicola Grass

Eskalation im Iran: Kurz­fristig Risk-off, mittel­fristig bleiben wir konstruktiv

Was ist passiert?

  • Die Eskalation im Nahen Osten und die potenzielle Blockade der Strasse von Hormus führen zu steigenden Energiepreisen (Ölpreis +35% YtD, heute +10%), welche weitere Zinssenkungen erschweren.
  • Globale Aktienmärkte verzeichnen Verluste von rund 2%. Gold und US-Dollar werden als sichere Häfen gesucht, die Volatilität bleibt hoch.
  • Die angekündigte Produktionsausweitung durch OPEC+ wirkt den ansteigenden Energiepreisen entgegen.
  • Die globalen wirtschaftlichen Verflechtungen mit dem Iran sind begrenzt. Das Hauptrisiko bleibt eine Ausweitung des Konflikts und längerfristig erhöhte Energiepreise.

Wie schätzen wir die Lage ein?

Obwohl die Eskalation im Iran das Potential für eine Wende in den Macht­verhältnissen der Region birgt, schätzen wir die Risiken für die globalen Finanz­märkte als begrenzt ein. Mittel­fristig ist gar eine Entspannung möglich. Gänzlich unerwartet kam der Angriff nicht. Bedroht sind insbesondere die Produktion und Lieferung von Erdöl und Erdgas, die nach Fernost exportiert werden (z.B. nach Korea und Indien). Wir erwarten aber, dass mögliche Angebots­engpässe von anderen Produzenten zumindest partiell gedeckt werden können. Insofern gehen wir davon aus, dass sich das historische Muster von geopolitischen Krisen wiederholt und der Ölpreisanstieg temporär ist (siehe Grafik unten).

Historische Preiseffekte geopolitischer Krisen auf Erdöl

 

Quelle: Bloomberg

Auf makro­ökonomischer Ebene hat sich die Erdöl­abhängigkeit der Welt­wirtschaft tendenziell verringert und regional hat die Diversifikation zugenommen. In einer ersten Reaktion werden typische Safe Havens wie Gold, CHF, USD und innerhalb der Aktien defensive Konsum- oder Pharmafirmen profitieren. Grundsätzlich werden die globalen Finanz­märkte von den sinkenden Zinsen sowie den soliden und zuneh­menden Firmen­gewinnen unterstützt, was die Konjunktur wider­stands­fähiger gegen einen beschränkten exogenen Schock macht.

Wie schlägt sich unsere Anlagetaktik?

In der Summe erwarten wir keinen signifikanten Effekt, da wir durch Zukäufe von Rohstoffen, US-Dollar und Grund­stoff­aktien sowie den bestehenden Über­gewichten in Gold und alternativen Anlagen ausgleichende Positionen geschaffen haben. Kurz­fristig wird unsere Anlagetaktik mit einem Beta über 1 unter der aktuellen Risk-off Stimmung leiden. Negativ reagieren dürften insbesondere Nebenwerte und Schwellen­länder, da beide Segmente zuletzt stark gelaufen sind und daher verstärkt für Gewinn­mitnahmen in Betracht kommen. Zudem reagieren sie sensibel auf einen steigenden Ölpreis. Staats­anleihen zeigen derzeit kaum Bewegung, sodass der Effekt auf der Anleihenseite voraussichtlich gering bleibt.

Welche Anpassungen nehmen wir vor?

Wir sind der Überzeugung, dass geopolitische Risiken überschätzt werden und selten langfristige Auswirkungen auf die Finanz­märkte haben. Die Weltwirtschaft ist robust und wir erwarten keinen signifikanten negativen Effekt auf die Firmengewinne. Wir bleiben deshalb konstruktiv und bei Aktien übergewichtet. Sollte allerdings der Öl­preis entgegen unserer Erwartung auf über 100 USD ansteigen, würden wir eine Reduktion der Risiken neu beurteilen.

Roheisenmetalle werden umgeschichtet
Zwei Änderungen für unsere März-Allokation: Umschichtung zu mehr Grundstoffen und Nebenwerten (Bild: iStock.com).

Was haben wir in den Port­folios für den Monat März angepasst?

Wandelanleihen haben seit unserem Einstieg vor einem Jahr globale Unternehmensanleihen um 6% outperformt. Sie bleiben nun aber wegen ihres hohen Exposures in nicht-profitable Tech- und Kryptofirmen hinter Small-Cap-Aktien zurück. Wir realisieren daher die Gewinne und erhöhen im Gegenzug Nebenwerte.

Nebenwerte überzeugen mit starkem Momentum (+10% YTD) und relativ zu Large Caps tieferen Bewertungen (KGV 17 vs. 20). Sinkende Zinsen und eine robuste Konjunktur helfen zusätzlich. Das Gewinn­wachstum zieht stark an (+28% im 2026 erwartet). Wir verdoppeln unsere Position.

Gemäss unserem Quant-Modell sind Roh­stoffe aktuell der attraktivste Sektor: Gutes Momentum sowie rück­läufige Bewertungen dank kräftigem Anstieg des Gewinn­wachstums (+34% im 2026 erwartet). Das Gewicht im MSCI World Index (3%) ist zudem fast rekord­tief.

Auf kurze Sicht birgt die Kombination aus allgemeiner Skepsis (siehe rekordhohe Short-Positionen bei Futures) und einem möglichen Krieg im Iran Aufwärts­potenzial für den USD. Wir schliessen temporär unser Unter­gewicht und reduzieren die FX-Risiken. Mittel­fristig erwarten wir einen schwächeren USD.

Sektorrotation hält an

Sorgen um die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und um die Bedrohung, welche die Technologie für Software­unternehmen darstellen könnte, dominieren aktuell das Markt­geschehen. Gemäss der neusten BofA Fund Manager Survey finden die Markt­teilnehmenden, dass die Firmen aktuell zu viel in KI investieren. Die Hyper­scalers (Alphabet, Meta, Amazon, Microsoft und Oracle) werden im 2026 rund 92% ihres Cashflows investieren. Dies erhöht natürlich den Druck, diese Investitionen auch tatsächlich zu monetarisieren. Wir anerkennen das drehende Sentiment und erhöhen deshalb unsere Position in zyklische Werte wie Neben­werte und Grund­stoffe und reduzieren dagegen den breiten US-Aktienmarkt (siehe Chart). Unsere Position im US-Technologie­index Nasdaq behalten wir allerdings bei. Dies, da die Techwerte weiterhin beachtliche Gewinne liefern und in Folge der Unter­performance nun relativ gesehen deutlich günstiger bewertet sind. Eine Gegen­bewegung scheint uns deshalb möglich.

Quelle: Bloomberg, Zürcher Kantonalbank

Umfeld bleibt für risikoreiche Anlageklassen freundlich

Mit den guten Konjunkturzahlen, den starken Unternehmensgewinnen und dem positiven Momentum bleibt das Umfeld für Aktien unserer Meinung nach generell freundlich. Zudem zeigen die Put/Call Ratio und diverse Investorenumfragen, dass keine Euphorie mehr vorherrscht und die Investoren deutlich zurückhaltender geworden sind. Dies ist positiv zu werten. Da die Inflationsrate nun auch in den USA gegen 2% tendiert, sind auch weitere Zinssenkungen zu erwarten. Wir bleiben deshalb übergewichtet in Aktien, insbesondere in den Schwellenländern. Kurzfristig könnten die geopolitischen Risiken im Iran für etwas Unruhe sorgen. Unsere Portfolios halten für einen solchen Fall Gold und Staatsanleihen übergewichtet. Mittelfristig sollte dies aber einen vernachlässigbaren Effekt auf die Finanzmärkte haben.

Kaum Änderungen bei Obligationen und Alternativen Anlagen

Im Februar sind die Obligationen-Renditen auf breiter Front gesunken. Die 10-jährige US-Staatsanleihe rentiert nun noch knapp über 4%. Damit sind wir wieder eher am unteren Ende der Trading-Range. Da die Investoren aber stark unterpositioniert in Obligationen sind, nehmen wir keine Veränderung bei Staatsanleihen vor. Durch den Verkauf der Wandelanleihen sinkt die Obligationen-Quote allerdings nochmals etwas. Chancen orten wir weiterhin bei lokalen Schwellenländeranleihen und bei australischen Staatsanleihen, dort allerdings vor allem bei der Währung, die wir, nur schon angesichts einer Verzinsung von 4%, als sehr attraktiv erachten. Bei den Alternativen Anlagen nehmen wir keine Veränderung vor und bleiben bei Gold übergewichtet.

Unsere Taktische Asset Allocation im März 2026

 

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im Februar und März 2026 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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