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Asset Allocation Update: Unternehmensgewinne zurück im Fokus

Für die globalen Aktienmärkte ist der Irankrieg vorbei und wir sind getrieben durch die US-Börse bereits wieder auf einem Allzeithoch. Der Fokus hat sich weg von der Strasse von Hormus, hin zu den vor allem KI-getriebenen Unternehmensgewinnen verschoben (+23% für die US-Firmen im Q1 innert Jahresfrist). Ferner rechnen wir mit einer lockereren Geldpolitik als der Konsens. Darum ist unsere Asset Allokation weiterhin Aktien übergewichtet, obwohl nach diesem sehr starken Rebound und den Anfälligkeiten im Nahen Osten etwas weniger ausgeprägt.

Text: Nicola Grass

Die Halbleiter erneut im Zentrum des Marktgeschehens (Bild: iStock.com).

Was haben wir in den Port­folios angepasst?

Als Alternative zu Schweizer Aktien ist UK ein defensiver Markt mit deutlich besserem Gewinnwachstum und Momentum. Zudem sind Energieaktien nach der kürzlichen Korrektur wieder attraktiver. Auch die Bewertung spricht für UK.

Die Euphorie am Goldmarkt hat etwas nachgelassen und der Goldkurs hat an Dynamik verloren. Vor diesem Hintergrund scheint eine Rückkehr zu den Höchstständen unwahrscheinlich. Wir reduzieren auf Neutral.

Der Yen ist günstig, bleibt aber insbesondere vs. CHF auch günstig. Die Bank of Japan hat im April erneut keine Zinserhöhung vorgenommen und uns so erneut enttäuscht. Nach dem kürzlichen Aufbau, verkaufen wir ihn bereits wieder.

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Dr. Roger Rüegg, Leiter Multi Asset Solutions, zu den Anpassungen der Taktischen Asset Allocation für den Monat Mai.

Von Hormus zu Halbleiter

Politische Börsen haben kurze Beine. Diese Börsenweisheit wurde einmal mehr eindrücklich bestätigt. Nachdem die Aktienmärkte im März rund 10% korrigierten, notieren wir nicht einmal einen Monat später bereits wieder auf einem neuen Allzeithoch. Der Wille zur De-Eskalation der drei involvierten Parteien hat dem Aktienmarkt anscheinend gereicht, denn die Strasse von Hormus bleibt weiterhin praktisch geschlossen und der Ölpreis notiert auch nach zwei Monaten immer noch über USD 100. Der Fokus liegt nun bereits wieder auf anderen Themen, wie z.B. der Künstlichen Intelligenz und den massiven Investitionen in Datenzentren. So haben nämlich die Halbleiteraktien im April knapp 50% zugelegt (siehe Chart). Hier scheint sich wieder eine gewisse Euphorie zu bilden und der Sektor ist nun stark überkauft. Generell ist der Risikoappetit stark angestiegen und die Call-Volumen sind deutlich höher als die Put-Volumen. Wir reduzieren deshalb für Mai bei den Aktien nochmals etwas Momentum und damit auch das brandheisse Thema Elektrifizierung.

Chart: Anleger:innen werden wieder euphorischer

 

Quelle: Bloomberg, Zürcher Kantonalbank

Vom Inflationsschock zur Wachstumsabschwächung

In der ersten Phase des Irankriegs machten sich aufgrund der Ölpreisexplosion Inflations­ängste breit. Deshalb wurden auch bei fast allen Zentral­banken Zins­erhöhungen eingepreist. Diese Panik hat sich nun etwas gelegt und die Inflations­erwartungen sind gesunken. Bei der Fed wird gegen Ende Jahr wieder eine Zins­senkung eingepreist. Dies hatten wir so erwartet und deshalb auch Ende März Duration dazugekauft. Nun scheinen sich eher Wachstumssorgen bemerkbar zu machen und unsere Ökonomen haben erneut die BIP-Prognose für die USA reduziert. Die Vorlauf­indikatoren blieben bisher allerdings erstaunlich robust und eine Rezession scheint weiterhin unwahrscheinlich. Für die Aktien­märkte wäre dies wohl gar nicht so schlecht, denn ein schwächeres Wachstum macht weitere Zins­senkungen wahrscheinlicher. In Kombination mit starken Unternehmens­gewinnen spricht dies weiterhin für Aktien.

Von Gold und Yen zum Schweizer Franken

Ausserhalb der Aktien agieren wir aber eher vorsichtig. Bei den Obligationen bleiben wir z.B. in Kredit­anleihen stark untergewichtet und sind dafür bei globalen Staats­anleihen mit längerer Duration übergewichtet. Das Potenzial für Kurs­gewinne aufgrund sinkender Renditen schätzen wir ausserhalb der Schweiz deutlich höher ein. Immobilien und Rohstoffen halten wir neutral und bevorzugen weiterhin Katastrophen­anleihen. Neu sind wir auch beim Gold neutral gewichtet. Im Währungsbereich sind wir nicht länger in JPY und AUD übergewichtet, sondern nur im Schweizer Franken. Dieser bleibt aufgrund der tiefen Staats­verschuldung und der vergleichsweise tiefen Inflation gefragt und ist für uns der beste sichere Hafen.

Unsere Taktische Asset Allocation EUR im Mai 2026

 

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im April und Mai 2026 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

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