Auf makroökonomischer Ebene hat sich die Erdölabhängigkeit der Weltwirtschaft tendenziell verringert und regional hat die Diversifikation zugenommen. In einer ersten Reaktion werden typische Safe Havens wie Gold, CHF, USD und innerhalb der Aktien defensive Konsum- oder Pharmafirmen profitieren. Grundsätzlich werden die globalen Finanzmärkte von den sinkenden Zinsen sowie den soliden und zunehmenden Firmengewinnen unterstützt, was die Konjunktur widerstandsfähiger gegen einen beschränkten exogenen Schock macht.
Wie schlägt sich unsere Anlagetaktik?
In der Summe erwarten wir keinen signifikanten Effekt, da wir durch Zukäufe von Rohstoffen, US-Dollar und Grundstoffaktien sowie den bestehenden Übergewichten in Gold und alternativen Anlagen ausgleichende Positionen geschaffen haben. Kurzfristig wird unsere Anlagetaktik mit einem Beta über 1 unter der aktuellen Risk-off Stimmung leiden. Negativ reagieren dürften insbesondere Nebenwerte und Schwellenländer, da beide Segmente zuletzt stark gelaufen sind und daher verstärkt für Gewinnmitnahmen in Betracht kommen. Zudem reagieren sie sensibel auf einen steigenden Ölpreis. Staatsanleihen zeigen derzeit kaum Bewegung, sodass der Effekt auf der Anleihenseite voraussichtlich gering bleibt.
Welche Anpassungen nehmen wir vor?
Wir sind der Überzeugung, dass geopolitische Risiken überschätzt werden und selten langfristige Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Die Weltwirtschaft ist robust und wir erwarten keinen signifikanten negativen Effekt auf die Firmengewinne. Wir bleiben deshalb konstruktiv und bei Aktien übergewichtet. Sollte allerdings der Ölpreis entgegen unserer Erwartung auf über 100 USD ansteigen, würden wir eine Reduktion der Risiken neu beurteilen.