Nachhaltige ETFs gezielt auswählen: Worauf es wirklich ankommt
Entscheidend bei der Auswahl nachhaltiger Exchange Traded Funds (ETF) und damit bei der Selektion nachhaltiger Anlagen ist der zugrunde liegende Index mit seinem Nachhaltigkeitsansatz. Ebenso wichtig: Transparenz, Kosten, Handelbarkeit und die Glaubwürdigkeit der Anbieter.
Die passiven Anlagegefässe namens Exchange Traded Funds (ETF) boomen: Derzeit sind weltweit gegen 18'000 dieser Investmentprodukte auf dem Markt. Mittlerweile häuft sich auch die Zahl der nachhaltigen ETFs, die mindestens ein UNO-Nachhaltigkeitsziel verfolgen. Doch was bedeutet es konkret, sein Geld gezielt im Sinne der UNO-Nachhaltigkeitsziele, der sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs), anzulegen?
Zur Einordnung: Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) bilden einen weltweit anerkannten Orientierungsrahmen. Viele anspruchsvollere Nachhaltigkeitsstrategien im Anlagebereich richten sich an diesen Zielen aus und nutzen dafür nachhaltige ETFs als Basis für die Selektion nachhaltiger Anlagen.
Nachhaltige ETF-Portfolios mit SDG-Fokus
Unsere Methodik fokussiert sich auf Unternehmen, die einen positiven Beitrag zu den SDGs leisten und damit besonders gut für nachhaltige ETFs geeignet sind. Diese Ziele umfassen 17 weltweit zentrale Zukunftsthemen wie sauberes Wasser, nachhaltiger Konsum und Produktion, bezahlbare und saubere Energie oder nachhaltige Städte. Zusätzlich wenden wir verschiedene Ausschlusskriterien an, um Unternehmen mit bestimmten ESG-Risiken aus den Portfolios zu entfernen.
Unternehmen, deren Produkte und Dienstleistungen konkret auf SDG-relevante Lösungen ausgerichtet sind, dürften von strukturellen Wachstumstrends wie beispielsweise Energiewende, Ressourceneffizienz oder Gesundheitsversorgung profitieren. Sie sind in Märkten tätig, in denen Nachfrage und Investitionen politisch, regulatorisch und gesellschaftlich langfristig gestützt werden dürften und könnten dadurch stabile Wettbewerbsvorteile aufbauen – ein zentrales Kriterium für die Selektion nachhaltiger Anlagen und für den Aufbau robuster, nachhaltiger ETF-Portfolios.
Vom «Wie» zum «Was»: Warum SDG-Ansätze über klassische ESG-Kriterien hinausgehen
Klassische Nachhaltigkeitsfonds basieren meist auf ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung). Im Zentrum steht dabei die Frage, wie ein Unternehmen produziert: ressourcenschonend, sozial verantwortungsvoll, gut geführt. Deutlich weniger berücksichtigt wird oft, was ein Unternehmen produziert – also ob seine Produkte und Dienstleistungen direkt auf die Erreichung der SDGs einzahlen. Genau hier setzen spezialisierte SDG-Ansätze an, die das Geschäftsmodell und dessen Wirkung auf die Nachhaltigkeitsziele stärker gewichten und so eine fokussiertere Selektion nachhaltiger Anlagen ermöglichen, insbesondere wenn diese über nachhaltige ETFs umgesetzt wird.
Kriterien für die nachhaltige ETF-Auswahl
Wer einen nachhaltigen ETF auswählt, sollte daher die Indexmethodik genau prüfen: Welche Kriterien werden angewendet? Wie streng sind Ausschlüsse? Wie wird der Beitrag zu Klimazielen oder SDGs gemessen? Diese Fragen sind zentral für die Qualität der Selektion nachhaltiger Anlagen.
Bei der ETF-Auswahl sollten zudem die Grösse und Glaubwürdigkeit des Anbieters, die Handelbarkeit (Liquidität, Volumen) sowie die laufenden Kosten berücksichtigt werden, da sie direkt auf die Rendite wirken. Der Auswahlprozess beginnt immer mit der Definition der eigenen Anlageziele und der Anlagestrategie. Darauf aufbauend lassen sich passende Fonds nach Kriterien wie Nachhaltigkeitsansatz, Kosten, vergangene Performance oder Fondsvolumen filtern und gezielt vergleichen.
Weitere Informationen zu nachhaltigem Anlegen mit ETFs gibt es in einem Beitrag zur Sendung Geld&Vorsorge.