Staatsanleihen: Mit systematischem Investieren zum Erfolg

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Staatsanleihen: Mit systematischem Investieren zum Erfolg
Von Sandro Braun publiziert am 13. August 2019 in der Kategorie Obligationen
Im anhaltenden Tief- und Negativzinsumfeld gelten Staatsanleihen als vermeintlich unattraktiv für Investoren. Eine neue Studie zeigt jedoch, dass auch im aktuellen Umfeld mittels Fokus auf Value und Momentum attraktive Renditen erzielt werden können.

In ihrer neusten Studie "Finding Value in Momentum" zeigen Sandro Braun und Marco Högger, dass mit Staatsanleihen auch im aktuellen Umfeld - mit von Zentralbanken manipulierten Märkten und Tiefzinsen - attraktive Renditen erwirtschaftet werden können.

Die beiden Autoren begeben sich dazu auf die Suche nach Risikoprämien, die auch bei Staatsanleihen existieren. Im aktuellen Zinsumfeld sind es insbesondere Momentum- und Value-Prämien, die - losgelöst vom Zinsniveau - weiterhin attraktive Renditen versprechen. Der grosse Vorteil des Ansatzes besteht in dessen Einfachheit und Robustheit. Ein elegantes, einheitliches Framework erlaubt es, mit ein und demselben errechneten Signal sowohl Momentum- als auch Value-Prämien abzuschöpfen.

Diversifikation der Signale

Als Basis für die Faktoren Momentum und Value dient ein einheitliches Signal, welches auf historischen Preisdaten, respektive der historischen Performance einer Staatsanleihe basiert. Die wichtigste Entscheidung ist dabei die Wahl des Betrachtungszeitraums. Im Gegensatz zu den Ansätzen in der akademischen Literatur, bei denen oftmals genau das Zeitfenster herausgepickt wird, welches im Backtest die besten Resultate verspricht, bietet der Ansatz von Braun und Högger eine sinnvollere, weil robustere Lösung. Wenn man davon ausgeht, dass Momentum ein grundlegendes Konzept an den Finanzmärkten ist, so sollte die Wahl des Zeitfensters nicht optimiert, sondern vielmehr diversifiziert werden. Durch das Diversifizieren der Zeitfenster werden Signale robuster und deutlich weniger anfällig bezüglich Data-Mining.

Momentum und Value in einheitlichem Framework

Das breit diversifizierte, robuste Signal wird folglich als Basis für Momentum und Value verwendet. Momentum folgt dabei der Zeitreihenbetrachtung: Staatsanleihen mit guter vergangener Performance dürften ihren Lauf auch künftig weiter fortsetzen und vice versa. Value hingegen behilft sich einer Querschnittsbetrachtung: Jene Staatsanleihen mit der besten historischen Performance – relativ zu anderen Staatsanleihen - zeigten in der Folge tendenziell eine Umkehr des Trends. Ein solches Verhalten macht auch intuitiv Sinn, da der Markt für globale Staatsanleihen bekanntlich stark von globalen Treibern wie Inflation, Wachstum oder Produktivität beeinflusst wird. Die lokalen Zinsen können sich deshalb nicht dauerhaft von den globalen Faktoren lösen, was seinen Ausdruck in der Umkehr hin zur mittleren, globalen Performance findet.

Attraktive Rendite mit Staatsanleihen

Die vorgestellten Risikoprämien auf Staatsanleihen - Momentum und Value -  jede für sich genommen bereits sehr attraktive Resultate. Eine Kombination der beiden bietet aufgrund der negativen Korrelation noch weiteren Mehrwert. zeigenEine gleichgewichtete Umsetzung von Momentum und Value (gemessen an den sieben liquidesten Government Bond Futures verschiedener Länder) erzielte in den vergangenen zehn Jahren ein Sharpe Ratio von rund 0.9 und jährliche Überrenditen (Excess Returns) gegenüber dem risikofreien Zinssatz von rund 2 Prozent (siehe Grafik).

Details zur externer Link öffnet neue SeiteStudie aufrufen (Quelle: SSRN) 

Momentum-Value-Kombination schafft Mehrwert

Risikoprämien ausschöpfen

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Obligationen, Quant