Taktische Allokation: Selektive Risikoreduktion vor den US-Wahlen

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Taktische Allokation: Selektive Risikoreduktion vor den US-Wahlen
Von Stefano Zoffoli publiziert am 01. Oktober 2020 in der Kategorie Asset Allocation
Ein demokratischer "Sweep" mit Biden als Präsident und demokratischer Kontrolle von Senat und Repräsentantenhaus ist gemäss aktuellsten Prognosen das wahrscheinlichste Szenario für die US-Wahlen Anfang November. Aufgrund der von den Demokraten geplanten Steuererhöhungen und Regulierungen sind US-Aktien in einem solchen Szenario weniger attraktiv als ihre internationalen Pendants. Zudem war der amerikanische Aktienmarkt vor den Präsidentschaftswahlen in der Vergangenheit stets ein Underperformer.

Wir reduzieren  unser US-Gewicht zugunsten von Schwellenländern und Deutschland. Der Oktober könnte ein turbulenter Monat werden: Politische Unsicherheit, der Anstieg der Corona-Infektionszahlen und der Streit um das hängige Konjunkturpaket in den USA dürften auf dem Finanzmarkt lasten. Wir reduzieren das Risiko in unseren Portfolios, indem wir unsere taktische Position in Hochzinsanleihen verkaufen und Gold nach einer Schwächephase aufstocken. Aktien sind nach der bereits erfolgten Korrektur von rund 10% nicht mehr überkauft und das Sentiment hat sich neutralisiert. Wir bleiben deshalb neutral positioniert.

  • Die politische Unsicherheit ist dieses Jahr besonders hoch, da Zweifel bestehen, ob Trump im Fall einer Wahlniederlage seinen Posten kampflos räumen wird.
  • Sollte im Oktober kein weiteres Fiskalpaket verabschiedet werden, wäre dies ein herber Schlag für die US-Konjunktur; die Bewertung des US-Aktienmarkts (S&P 500 P/E 2021 bei 19.6) wäre dann zu hoch.
  • Wir präferieren zyklischere Märkte (Deutschland via DAX).

  • Nach einer sensationellen Erholungsrally seit der Coronakrise (+27%), entschädigen die Spreads mit rund 550 Bp. nicht mehr für absehbare Risiken.
  • Die eingepreiste Konkursrate ist zu optimistisch (Europa 4%, USA 5.5%), bei weiteren Einschränkungen aufgrund einer 2. Coronawelle dürften die Ausfallraten deutlich steigen.
  •  Ein Sieg von Biden wäre schlecht für Big-Oil, die ein grosses Gewicht im High-Yield-Index haben (10% Energie).
  • Aktuell trifft ein sehr grosses Angebot (viele Neuemissionen) auf schwindende Nachfrage; die Notenbanken beschränken allerdings das Rückschlagpotenzial.

  • Schwellenländerwährungen sind nach diversen Zinssenkungen sehr günstig.
  • China hat eine tiefe Inflationsrate und ein im internationalen Vergleich starkes Wirtschaftswachstum; China ist 2020 das einzige G20-Land mit positivem Wirtschaftswachstum.
  • Aktien des IT-Sektors sind in Asien im Vergleich zum globalen IT-Sektor sehr günstig.

Asset Allocation Spezialmandate

Relative Gewichtung gegenüber der strategischen Asset Allocation (SAA) in % im September und Oktober 2020

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