Factor Investing im Einklang mit Nachhaltigkeit

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Factor Investing im Einklang mit Nachhaltigkeit
Von Fabian Ackermann publiziert am 20. Februar 2019 in der Kategorie Aktien
Viele Marktteilnehmer lassen sich bei ihren Anlageentscheidungen von Emotionen leiten. Um eine Auswahl "aus dem Bauch" zu vermeiden, kommen bei der Analyse von Aktien und Obligationen immer öfter systematische Modelle zur Anwendung. Dieser Ansatz funktioniert - erfreulicherweise - auch in Kombination mit Nachhaltigkeitskriterien.

Mit Hilfe von Computern und ausgefeilten Algorithmen ist es heute möglich, grosse Datenfluten zu bewältigen und Kauf- und Verkaufsentscheidungen auf Basis objektiver Kriterien zu treffen. Landläufig sind diese Investitionsansätze heute unter den Bezeichnungen "Smart Beta" oder "Factor Investing" bekannt. 

Dass diese Methoden eine Verbesserung der Anlageergebnisse bringen, ist durch zahlreiche Studien wissenschaftlich breit abgestützt. Zusätzlich zu den verbesserten Risiko-Return-Profilen sind es die niedrigeren Kosten (im Vergleich zu aktiv verwalteten Anlagen), die eine wesentliche Attraktivität des systematischen Investierens ausmachen.

Innerhalb von zehn Jahren ist das Volumen der systematisch verwalteten Vermögen von 100 Milliarden US-Dollar auf mehr 1000 Milliarden US-Dollar angestiegen - Tendenz weltweit weiter stark steigend. Ganz offensichtlich schätzen Investoren den computergestützten, emotionsfreien Auswahlprozess immer mehr.

Umsetzung mit Nachhaltigkeit 

Noch stärker als das systematische Investieren hat sich die nachhaltige Anlage in den vergangenen Jahren vom Nischendasein zum "Must have" gemausert. Das Volumen nachhaltiger Anlagen beträgt heute weltweit 23'000 Milliarden US-Dollar.

Bei nachhaltigen Fonds wird üblicherweise das Ausgangsuniversum, das durch einen globalen oder regionalen Index repräsentiert wird, mittels Ausschlusskriterien und ESG-Kriterien (ökologischen und sozialen Kriterien sowie Aspekten guter Unternehmensführung) eingeschränkt. So wird sichergestellt, dass unethische Unternehmen ausgeschlossen werden und zudem auf Unternehmen verzichtet wird, die ein ungenügendes Management der ESG-Kriterien aufweisen.

Hier kommt nun das systematische Investieren ins Spiel. Es stellt sich die wichtige Frage: Lassen sich Faktoren wie Value, Momentum und Quality auch in diesem mit ESG-Kriterien bereinigten Anlageuniversum ernten? MSCI Inc. hat im Rahmen einer Studie den Einfluss der einzelnen Faktoren und eines Multi-Faktor-Ansatzes detailliert untersucht (The MSCI Factor ESG Target Indexes, September 2017, Untersuchungsperiode 2007 bis 2017).

Verbesserte Rendite-Risiko-Profile 

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei einer Integration von ESG tendenziell in höher-kapitalisierte Firmen investiert wird. Generell verbessern sich die Gewinnqualität und -stabilität, der Leverage und die Volatilität sind niedriger als im Ausgangsuniversum. Durch die Kombination mit dem Factor Investing wird in nachhaltigen Titel mit positiven Eigenschaften investiert, so dass nicht nur das Risiko sinkt, sondern sich auch die Rendite verbessert. Eigene Untersuchungen bestätigen diese Erkenntnisse.

Solche empirischen Befunde bilden eine gute Grundlage, um der Kombination von Factor Investing und ESG Investing weiteren Vorschub zu leisten.

Anlageprozess: Nachhaltige plus systematische Anlage

Anlageprozess: So werden nachhaltige und systematische Anlage kombiniert

Kategorien

Aktien, Nachhaltigkeit, Quant