Betongold: Die Rolle von Immobilien in den Vorsorgefonds der Säule 3a

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Betongold: Die Rolle von Immobilien in den Vorsorgefonds der Säule 3a
Von Nicola Grass publiziert am 04. März 2019 in der Kategorie Vorsorge
Per Gesetz wird bei den Vorsorgefonds der Säule 3a für breite Diversifikation gesorgt. Neben Aktien und Anleihen kommt bei vielen Fonds auch die Anlageklasse Immobilien zum Einsatz. Werden Anlagestiftungen als Immobilien-Baustein verwendet, eröffnet sich - für viele Anleger überraschend - der Zugang zu direkten Immobilien-Investments.

Der privaten Vorsorge in der Säule 3a kommt eine immer wichtigere Rolle zu, da sich die Ausgestaltung von gesetzlicher Rente und beruflicher Vorsorge zulasten der aktiven Versicherten verschlechtert. Wer 2025 in den Ruhestand geht, muss damit rechnen, nur noch 45% seines letzten Nettogehalts als Rente zu erhalten – als Rentenleistung aus 1. und 2. Säule wohlgemerkt. Um die immer weiter klaffende Rentenlücke zu schliessen, wird deshalb die private Vorsorge in der Säule 3a immer wichtiger.

Bauchschmerzen bei Kursschwankungen

Da die Banken angesichts der negativen Zinsen bei der 3a-Kontolösung keine oder fast keine Verzinsung mehr bieten, liebäugeln immer mehr Sparer mit dem 3a-Wertschriftensparen. Die Kursschwankungen der Vorsorgefonds verursachen allerdings oft Bauchschmerzen.

Das turbulente 4. Quartal 2018 und die rekordverdächtige Aufholjagd zu Beginn des laufenden Jahres lieferten dafür typische Beispiele. So verlor beispielsweise der US-Leitindex Dow Jones im 4. Quartal 2018 rund 12% (in US-Dollar), konnte diesen Rückschlag aber in nur zwei Monaten fast vollständig wieder aufholen. Ähnlich volatil zeigte sich die Situation in der Schweiz: Schweizer Aktien verloren im 4. Quartal 2018 7.2%, konnten diesen Rückschlag aber mit einem Kursplus von über 10% seit Jahresbeginn mehr als ausgleichen.

Die kotierten Schweizer Immobilienfonds gaben im vergangenen Jahr - gemessen am SXI-Real-Estate-Funds-Index (SWIIT-Index) - zwischenzeitlich bis zu 7% nach; auch diese Kursdelle ist nun fast wieder wettgemacht. Auf kurze Sicht kann selbst eine gute Diversifikation das Versprechen nicht einlösen, das sie mittel- bis langfristig sicherlich halten kann.

Diversifikation nicht immer Stabilisator

Angesichts solcher Kursdellen sind Stabilisatoren gefragt, welche die Schwankungen der Vorsorgeportfolios dämpfen. Hier haben Immobilien-Anlagestiftungen nun ihren starken Auftritt.
Als "Immobilien-Baustein" verwendet die Mehrheit der Schweizer Vorsorgeprodukte die kotierte Variante der Immobilienfonds (mit Benchmark SWIIT). Diese unterliegen aufgrund ihrer Liquidität phasenweise recht starken Kursschwankungen und können somit zur Stabilität eines Portfolios kurzfristig nur beschränkt beitragen. Dieses Problem haben gewisse Vorsorgefonds gelöst, indem sie in (nicht börsenkotierte) Anlagestiftungen investieren.

Eleganter Zugang

Diese Anlagestiftungen investieren direkt in Immobilien. Hier bietet sich dem Anleger ein äusserst eleganter Zugang zum "Betongold": Eine direkte Immobilien-Investition, die gleichzeitig auch noch gut diversifiziert ist. Der Clou: Die Bewertung des Immobilienbestandes der nicht-börsenkotierten Anlagestiftungen bleibt frei von Börsenschwankungen. Dieses wegfallende Risiko macht die Preisentwicklung von Immobilien-Anlagestiftungen sehr robust. Die Performance dieser Anlagegruppen wird durch die KGAST (Konferenz der Geschäftsführer von Anlagegruppen) im KGAST Immo-Index zusammengefasst. Die Ergebnisse sind mit einer annualisierten – und sehr stabilen - Rendite von 5.6% äusserst erfreulich. Die Renditen sind somit auf ähnlicher Höhe wie bei den kotierten Immobilienfonds - bei deutlich reduziertem Risiko.

In Phasen mit erhöhter Unsicherheit, wie wir sie gegenwärtig erleben, ist solch ein Portfoliostabilisator Gold wert. Wer auf Stabilität achtet, sollte diesem Aspekt bei seiner Anlageentscheidung für das Wertpapiersparen in der Säule 3a Beachtung schenken.

Direkte Immobilien-Anlagegruppen mit absolut stetigem Anstieg

KGAST Performancevergleich

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Vorsorge, Immobilien