Happy New Year?

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Happy New Year?
Von Stefano Zoffoli publiziert am 31. Dezember 2020 in der Kategorie Asset Allocation
Die Anleger können aufatmen, wenn sie die Jahresperformance ihres Depots sehen. Trotz der schlimmsten Rezession seit dem 2. Weltkrieg lieferten die globalen Aktienmärkte zweistellige Returns. Wenn nicht mal eine globale Pandemie die Aktienkurse zu stoppen vermag, was dann? Tatsächlich sprechen die Konjunkturerholung im Jahr 2021, anhaltend steigende Liquiditätszufuhr der Notenbanken und das Kurs-Momentum für weitere Gewinne.

Kurzfristig ist die Stimmung an den Börsen aber fast schon euphorisch und die Erwartungen an die Zugewinne im nächsten Jahr sind hoch. So sind die Gewinnerwartungen auf einem Allzeithöchst und die Cash-Quoten unter 4% - das ist ein Verkaufssignal. Währenddessen gehen immer mehr Länder in einen erneuten Lockdown und gemäss aktueller Umfragewerte könnte sich bei den US-Senatswahlen Anfang Januar doch noch ein Blue Sweep materialisieren, womit in den USA die stabilitäts-fördende Machtteilung entfallen würde. An Stolpersteinen mangelt es somit nicht. Wir behalten deshalb im Januar die Aktienquote vorläufig auf Benchmarkniveau.

  • Rohstoffe waren der Verlierer der letzten 10 Jahre und sind gemessen an der anstehenden wirtschaftlichen Belebung eine der wenigen günstigen Anlageklassen. Die relative Performance gegenüber dem SP500 befindet sich auf Allzeittief.
  • Starkes Wirtschaftswachstum, erhöhte Nachfrage aus China, höhere Infrastrukturausgaben und Reflation könnten Rohstoffe zum Gewinner des Jahres 2021 machen.
  • Wir gehen in ein Übergewicht und erwarten, dass Rohstoffe auf ein 6-Jahreshoch steigen könnten, was einem Plus von 15% entsprechen würde.

  • Die Schwellenländer sind mit einem 60%-Anteil am globale BIP-Wachstum klarer Wachstumsleader. Sie sind angesichts dieses Wachstums an den Finanzmärkten noch unterrepräsentiert.
  • Bis 2030 werden die Schwellenländer 75% der globalen Mittelklasse ausmachen.
  • Durch die auch in den Schwellenländern zunehmende Alterung und steigenden Konsum gerät der Gesundheitssektor in den Fokus.
  • Die Korrelation der Gesundheitsaktien zwischen den einzelnen Ländern ist sehr tief (<0.2).

  • Der japanische Yen war als sicherer Hafen der grosse Verlierer seit den Impfstoffnews im November.
  • Im Vergleich zu anderen Währungen ohne Zinssenkungen im 2020 (CHF, SEK, EUR, DKK) hat der Yen zu viel verloren.
  • Nun scheint er sich aber beim wichtigen charttechnischen Supportlevel gefangen zu haben (0.85 vs. CHF) und dürfte sich erholen.
  • Wir bleiben beim Gold 2% übergewichtet und erwarten für Edelmetalle den "standesgemäss" starken Januar.

Asset Allocation Spezialmandate Januar 2021

Relative Gewichtung gegenüber der strategischen Asset Allocation (SAA) in % in den Monaten Dezember 2020 und Januar 2021.