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Asset Allocation Update: Optimismus trotz saisonaler Schwäche

Eine erfolgreiche Gewinn­saison geht zu Ende, und die Ängste vor eine Stag­flation haben sich etwas verflüchtigt. Nun könnte jedoch die schlechte Saisonalität in Kombination mit sehr hohen Bewertungen zum Stolper­stein für die Aktien­märkte werden. Mit anstehenden Zins­senkungen der US-Notenbank Fed steht aber bereits der nächste Treiber vor der Tür. Wir behalten deshalb unser leichtes Aktien­über­gewicht via Schwellen­länder bei sowie diverse defensive Positionen zur Absicherung gegen allfällige September­turbulenzen.

Text: Nicola Grass

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Nicola Grass, Portfoliomanager Multi Asset Solutions, kommentiert das Asset Allocation Update für den Monat September.

Was haben wir in den Portfolios angepasst?

Das Weltbild hat sich im August kaum verändert, unsere Einschätzung zu den Finanzmärkten bleibt fast identisch zum Vormonat. Konsequenterweise nehmen wir deshalb keine Anpassung an unserer Vermögensallokation vor.

Schwache Saisonalität als Stolperstein?

Die Sommerferien sind vorbei, und die Händler in London und New York sind zurück an ihren Trading-Desks. Üblicherweise steigt deshalb im September auch die Volatilität an (siehe Chart). Die anstehende, erfahrungsgemäss schlechte Saisonalität ist deshalb nicht gerade unterstützend für risikoreiche Anlageklassen. Doch reicht dies für eine stärkere Korrektur?

Wir denken: Nein. Für die Aktienmärkte könnte es im September zwar etwas holprig werden, wir bleiben aber konstruktiv. Denn am 17. September steht eine weitere Zinssenkung der Fed an. Hauptgrund dürfte nicht etwa der politische Druck der US-Regierung, sondern der sich abschwächende Arbeitsmarkt in den Staaten sein. Da die Realrenditen in den USA mit 1.7% sehr hoch sind, sind trotz hartnäckiger Inflation unserer Meinung nach weitere Zinssenkungen angebracht. Dies, um die Konjunktur zu stützen. Der USD dürfte damit seinen Abwertungstrend fortsetzen; wir präferieren den strukturell attraktiven CHF und das GBP.

Die Ruhe vor dem Sturm?

Quelle: Bloomberg

Starke Berichtsaison geht zu Ende

Die Unternehmensgewinne sind in den USA auch im 2. Quartal nochmals kräftig angestiegen (+13% YoY), und mit Ausnahme von Grundstoffen konnten alle Sektoren ihre Erwartungen übertreffen. Allerdings stammt ein Grossteil des Gewinnwachstums von den Banken und den Tech-Werten (gefolgt von Biotech & Pharma), während der breite Markt eher vor sich hindümpelt. Auch in Europa waren die Gewinne zwar besser als erwartet, das Gewinnwachstum präsentiert sich aber mit 1% minim. Wir favorisieren bei den Aktienregionen weiterhin die Schwellenländer. Dort gefallen uns insbesondere die ostasiatischen Tech-Firmen, die zwar starke Gewinne, aber deutlich tiefere Bewertungen als ihre amerikanischen Pendants aufweisen. Auch Grossbritannien mit seinem attraktiven und günstigen Sektor-Mix bleibt für uns ein Favorit. Bei den Sektoren fokussieren wir uns auf Tech und Pharma und fahren damit eine ausgewogene Strategie, mit jeweils dem teuersten und dem günstigsten Sektor im Blickfeld.

Alternative Anlagen und Fremdwährungsanleihen anstatt CHF-Anleihen

Das Renditeniveau von CHF-Anleihen fällt mit 0.7% erneut ziemlich mager aus. Aufgrund der tiefen Ertragserwartungen und fehlenden Treibern für stärkere Kursavancen sehen wir interessantere Möglichkeiten bei Alternativen Anlagen oder selektiv bei Fremdwährungsanleihen. Bei den Alternativen fahren wir aktuell ein Übergewicht im Gold und halten einen Hedgefonds, der auf Wandelanleihen-Arbitrage spezialisiert ist. Mit Blick aufs gelbe Metall fällt uns auf, dass die Zentralbanken doch nicht so preisaffin sind wie vermutet. So hat die chinesische Zentralbank trotz deutlich höherem Goldpreis weiter kräftig dazugekauft. Da auch die ETF-Flows wieder ansteigend sind und Zinssenkungen zusätzlich helfen werden, erwarten wir, dass der Widerstand von USD 3'400 pro Unze durchbrochen werden kann. Spannend wird es auch bei den Katastrophenanleihen – denn über dem Atlantik beginnt die Hurrikan-Saison, und die Volatilität dürfte deshalb zunehmen. Die Erträge dürften zwar nicht so stattlich wie die letzten beiden Jahre ausfallen. Ein Mehrertrag gegenüber CHF-Anleihen darf aber erwartet werden.

Unsere Taktische Asset Allocation im September 2025

Relative Gewichtung gegenüber der Strategischen Asset Allocation (SAA) in % im August und September 2025 (Quelle: Zürcher Kantonalbank, Asset Management)

Ein Blick zurück auf das Börsenjahr 2025 zeigt unerwartete Wendungen, turbulente Phasen und dynamische Märkte. Doch wie haben sich unsere Anlagethesen in diesem anspruchsvollen Umfeld bewährt? Unsere Multi-Asset-Experten wollten dies genauer wissen und haben die drei Hauptthesen unter die Lupe genommen. Das ist ihr Fazit.

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