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Nachhaltige Anlagen

Mit Bits und Bytes die Welt retten?

Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen

Nur digital zur Energiewende

„Die Energiewende, das heisst Vollversorgung mit erneuerbaren Energien, ist nur mit Hilfe der Digitalisierung zu schaffen."

Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen

Was bedeutet Digitalisierung für das Klima?

Die Digitalisierung ist ein Megatrend – das ist eine Binsenweisheit. Mit ihr haben diverse neue Geräte und Gadgets in unser Leben Einzug gehalten. Doch was bedeutet die Digitalisierung für den Umwelt- und Klimaschutz? Betrachtet man die ökologische Seite der Digitalisierung, muss man den Stromverbrauch all jener Geräte bedenken. Der Stromverbrauch aller Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) beläuft sich bereits heute auf 10% der weltweiten Stromnachfrage. Bis zum Jahr 2030 steigt er dramatisch an. Bis zum Jahr 2030 könnten die IKT bereits 30 bis 50% der weltweiten Stromnachfrage ausmachen.

Stromfresser

So verbrauchen beispielsweise das Streamen von Filmen mit dem Smartphone oder die Datenverarbeitung von selbstfahrenden Autos in der Summe riesige Strommengen, die insbesondere in Rechenzentren anfallen. Die Datenintensität selbstfahrender Autos ist mit rund 4’000 Gigabyte pro Tag extrem hoch (siehe Grafik). Die digitalen Geräte verbrauchen schon bei ihrer Herstellung Ressourcen und Energie - oft, um nur wenige Jahre später als Elektroschrott wieder entsorgt zu werden. Obwohl die Herstellung eines einzelnen Smartphones nicht viel Ressourcen verbraucht, muss man die Gesamtmenge im Blick haben.

7 Milliarden (!) Smartphones - Tonnen von wertvollen Rohstoffen

Seit der Einführung des ersten iPhones im Jahr 2007 wurden bis heute ca. 7 Milliarden (!) Smartphones verkauft. Dabei wurden 38’000 Tonnen Kobalt, 107’000 Tonnen Kupfer, 157’000 Tonnen Aluminium und Tausende Tonnen weiterer Materialien verbaut.

Energiewende ohne Digitalisierung nicht realisierbar

Trotz der massiv steigenden Stromnachfrage als Folge der Digitalisierung ist paradoxerweise genau diese Digitalisierung der Schlüssel zur Energiewende. Um klimaverträglich zu werden, müssen beim Energieverbrauch allein erneuerbare Energiequellen genutzt werden.

Logik des Stromsystems muss umgekehrt werden

Bisher wurde bei der Stromversorgung des Stromangebot an die Nachfrage angepasst. War die Nachfrage besonders hoch, dann produzierten die Stromkonzerne entsprechende mehr Strom. In Zukunft muss die Nachfrage nach Strom ans das Stromangebot angepasst werden. Denn wieviel Wind weht und wie oft die Sonne scheint, lässt sich nicht steuern.

Hier kommt die Digitalisierung ins Spiel

Damit Unternehmen und Haushalte ihre Stromnachfrage flexibel anpassen können, müssen sie mit digitalen Technologien darüber informiert werden, wie das Stromangebot aktuell und in naher Zukunft aussieht. Im "Smart Grid" müssen Informationen zwischen Millionen Geräten und Steuerungseinheiten ausgetauscht werden, und Verbraucher müssen sich zeitnah informieren können, wieviel Strom zu welchem Preis verfügbar ist.

Klimaschutz plus Datenschutz

Die Kehrseite von Informationsfülle und Big Data sind Gefahren einer steigenden staatlichen und kommerziellen Überwachung sowie der enorme Energieverbrauch zum Verwalten der riesigen Datenmengen in gigantischen Rechenzentren. Wir brauchen deshalb eine sinnvolle Kombination von beidem

  • Konsequenter Datenschutz
  • Konsequenter Klimaschutz

Der steigende Strom- und Ressourcenverbrauch durch die zunehmende Vernetzung und dem daraus resultierenden Konsum darf nicht selbst wieder zum ökologischen Problem werden.


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