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Nachhaltige Anlagen

Teilhaben an nachhaltiger Performance.

Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen

Green Pharmacy - gegen Medikamente im Wasser

„Antibiotika gelangen durch unsachgemässe Entsorgung ins Grundwasser und bleiben dort aktiv."

Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen

Neue Herausforderungen für den Gewässerschutz

Die durchschnittliche Lebenserwartung und der Wohlstand steigen erfreulicherweise in vielen Ländern der Welt kontinuierlich an. Damit nimmt aber auch der Pro-Kopf-Verbrauch von Arzneimitteln zu, da ältere Menschen besonders in den reichen Industrieländern deutlich mehr Medikamente einnehmen (siehe Grafik). Medikamentenrückstände gelangen ins Abwasser und stellen den Gewässerschutz vor neue Herausforderungen. Wissenschaftler suchen nun nach Wegen, die medikamentöse Belastung des Wassers zu reduzieren. Ein - allerdings teurer - Ansatz besteht darin, zumindest einen Teil der Arzneimittel in Kläranlagen und Trinkwasseraufbereitungsanlagen durch Nanofiltration, Ozonierung oder den Einsatz von Aktivkohle herauszufiltern. Ein anderer Weg beschäftigt sich mit der Prophylaxe: "Green Pharmacy" heisst das Konzept, bei dem die Medikamentenindustrie abbaubare Wirkstoffe entwickelt, wodurch die Belastung des Wassers von vornherein deutlich reduziert werden soll.

Problemfeld Antibiotika

Wie dringlich die Situation ist, kann anhand des Breitbandantibiotikums Ciprofloxacin illustriert werden, das 1981 vom deutschen Pharmaunternehmen Bayer entwickelt wurde: In Deutschland werden davon in der Human- und Tiermedizin pro Jahr circa 33 Tonnen eingesetzt. Über Ausscheidungen von Tieren und Menschen sowie unsachgemässe Entsorgung reichert es sich im Abwasser an oder gelangt über Gülle als Dünger auf Felder - und durch Versickerung und Regen wiederum ins Grundwasser. Dabei bleibt es die ganze Zeit aktiv. Ciprofloxacin greift Bakterien in der Umwelt an, resistente Keime bleiben davon unbeeindruckt und können sich frei vermehren. Damit fördert das Antibiotikum die Verbreitung von Resistenzen.

Durchbruch geschafft

Am Institut für Nachhaltige Chemie in Lüneburg forscht Prof. Klaus Kümmerer an Antibiotika, die in der Umwelt zerfallen und inaktiv werden. Er gilt als Pionier im "Re-Design" von Medikamenten, um sie umweltverträglich zu machen - ein Feld, für das sich bisher nur wenige Arzneimittelforscher interessieren. Kümmerer begann, das Molekül Ciprofloxacin zu analysieren, und hat mittlerweile den Durchbruch geschafft: Im "neuen" Design bleibt das Antibiotikum im Körper aktiv und entfaltet seine Wirkung. Dann zerfällt es an zu diesem Zweck destabilisierten chemischen Bindungen (Sollbruchstellen) in ungiftige Einzelteile. Es wird noch einige Jahre dauern, bis ein solches Medikament auf den Markt kommt.

Investitionen in Wasserschutz

Schon heute leisten Unternehmen mit Filtertechnologien wie beispielsweise Ecolab, AO Smith oder Suez einen Beitrag zum Wasserschutz. In unseren nachhaltigen Anlageprodukten fokussieren wir auf solche Firmen mit ihren positiven Beiträgen für Umwelt und Gesellschaft.

Der Fonds zum Thema: Swisscanto (CH) Equity Fund Global Water Invest AT EUR.

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