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Multi-Asset Portfolio

Was bedeutet "digital" für Ihre Vermögensallokation.

Stephan Lüthi, Leiter Immobilienanlagen

Wie ist der technologische Gaul richtig zu reiten?

„Leichter gesagt als getan.“

Stefano Zoffoli, Chefstratege

Digitalisierung: Wo Gewinner, da Verlierer

Aus Anlegersicht wird Digitalisierung vorderhand mit erfolgreichen Vorreitern wie Amazon oder Apple in Verbindung gebracht. Aber wo es Gewinner gibt, da sind die Verlierer oft nicht weit. Die Opfer des technologischen Fortschritts, die ihre Geschäftsmodelle nicht schnell genug anpassen konnten, sind bekannt. Sie befinden sich in allen Sektoren, zu trauriger Berühmtheit gelangten einige Medienfirmen, ebenso wie Detailhändler und auch Reiseunternehmen. Im Lauf der vergangenen fünf Jahre hat die Amazon-Aktie knapp 240% zugelegt, während die Aktie des US-Konkurrenten Sears zahlungsunfähig geworden ist.

Das Produktivitätswunder der 90er Jahre

Da das Expansionstempo einer Wirtschaft langfristig vom Bevölkerungswachstum und der Produktivitätszunahme abhängt, müssten die Chancen gut stehen, via Digitalisierung und technologischen Fortschritt eine Beschleunigung des Wirtschaftswachstums zu erreichen. So war es zum Beispiel in den Neunzigerjahren vor der Jahrtausendwende, als die Einführung des Internets die Effizienz der Unternehmen deutlich gesteigert hat. Die Folge waren ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum (1992 bis 1999 real 3,8% in den USA), moderate Inflation (USA: 2,6%) und hohe Aktienerträge (USA: 16% pro Jahr). Allerdings kam die Aktienhausse abrupt zum Ende, als die Aktien-Bewertungen viele Wachstumsphantasien eingebaut hatten und die US-Leitzinsen um 2% angehoben wurden. Lassen sich dazu heute Parallelen ziehen?

Digitalisierung aktuell kein Treiber der Produktivität

Wider Erwarten ist die Arbeitsproduktivität (oft gemessen als Wirtschaftsleistung pro Arbeitsstunde) während der vergangenen Jahre nicht gestiegen (siehe Grafik), was heftige Debatten unter Ökonomen, aber auch zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ausgelöst hat. Das erinnert an die 70er- und 80er-Jahre mit ihrer tiefen Produktivität - trotz technologischer Fortschritte.

Der Ökonom Robert Solow fasste das Paradoxon damals so zusammen: "Man sieht das Computerzeitalter überall, bloss nicht in den Produktivitätsstatistiken."

Inflation wird tief bleiben

Die Auswirkungen der Digitalisierung auf Konjunktur und Wachstum sind eindeutig. Zumindest kann ich Ihnen heute nicht nachweisen oder in Aussicht stellen, dass per Digitalisierung höhere Aktienerträge möglich werden. Noch eher lässt sich sagen, dass die Inflation tief bleiben wird, da das Wachstum bescheiden ist, und die digitalen Tauschbörsen höhere Preistransparenz schaffen (in Detailhandel, Tourismus, Finanz). Dies wird - zumindest teilweise - konterkariert durch zunehmenden Protektionismus und die monopolistische Macht einiger weniger Digitalriesen.


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