Inhaltsseite:Marktausblick

Promotion

Marktausblick

Unser Chefstratege analysiert quartalsweise die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte.

Jeder Konjunkturzyklus kommt zum Ende. Dieser jetzt noch nicht.

"Wir erwarten weder ein abruptes Ende der Konjunktur noch eine Kehrtwende der Börsenhausse."

Stefano Zoffoli, Chefstratege 

Konjunkturzyklus: steigende Lebenserwartung

Der aktuelle Konjunkturzyklus dauert nun bereits neun Jahre - und damit im Vergleich zu den 5,5 Jahren eines durchschnittlichen Zyklus sehr lange. Das ist jedoch weniger die Folge einer schönen Dynamik als einer gewissen Zähigkeit.

Erst seit Kurzem ist eine hohe Auslastung der Produktionskapazitäten in den USA und in Kanada zu beobachten. Der US-Aufschwung wird zudem durch expansive Fiskalmassnahmen unterstützt, die für Ausgleich der restriktiveren Geldpolitik sorgen. Der US-Finanzsektor liefert mit einer sehr tiefen Quote an faulen Krediten (1% versus knapp 6% nach der Krise) ebenfalls keine Anzeichen für einen Einbruch des Zyklus. Eher als mit einer Abschwächung rechnen wir somit in den USA mit einer leichten Überhitzung - zum Beispiel am Arbeitsmarkt.

In Europa wächst die Wirtschaft wegen politischer und fiskalischer Hürden langsamer als in den USA. Die Schweizer Wirtschaft sticht in Europa mit einem sehr ansehnlichen Tempo hervor.

Zugegeben: Das alles könnte unterbrochen werden, falls die Schwellenländer in eine Finanzkrise geraten und/oder China das geplante Wachstum verfehlt. Vor allem ungelöste handelspolitische Konflikte stellen hier ein konjunkturelles Abwärtsrisiko dar.

Teure und günstige Aktien

Wenn die Konjunktur also kaum Anlass zu einer erhöhten Risikoaversion gibt, könnten es die zu hohen Bewertungen sein, die Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten auslösen. Auch wir sehen in Teilbereichen zwar hohe Bewertungen; doch im historischen Vergleich befinden wir uns nicht in einer Blase.

Notabene: Selbst die Technologiebörse Nasdaq handelt bei den erwarteten Gewinnen für 2019 nur mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21. Dies entspricht lediglich dem Durchschnitt der Jahre seit 2002.

Richtig ist: US-Wachstumsaktien haben Substanzwerte seit Anfang 2017 deutlich abgehängt (+44%) - eine Fortsetzung dieser Entwicklung wird unwahrscheinlicher, nicht zuletzt, weil Value-Branchen wie Banken, Energie und Grundstoffe jetzt fundamental besser dastehen als vor ein paar Jahren.

Fundamentale Stärke behält die Oberhand

Alles in allem stehen die Chancen gut, dass die nicht enden wollende fundamentale Stärke ausreicht, um die Lebenserwartung dieses Konjunkturzyklus weiter zu erhöhen. Politische Turbulenzen und einzelne Schwachpunkte können ausgeglichen werden. Das sollte ein gutes 4. Quartal ermöglichen.


Sitemap: