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Aktien

Digitize or die? Not yet.

René Nicolodi, Leiter Aktienanlagen

Digitalisierung: Zentrale Bedeutung

„Die Asset-Management-Industrie steht bei der Digitalisierung noch ganz am Anfang."

René Nicolodi, Leiter Aktienanlagen

Asset-Management-Industrie im Umbruch

Effizienz ist bei Kunden gefragt. Nach der nun lange andauernden Börsenhausse stehen der Industrie anspruchsvollere Zeiten bevor. So haben seit der Finanzkrise die Kosten der Produktion im Vergleich zu den Gewinnen zugenommen. Starre Produktionsprozesse und eine zunehmende Indexorientierung der Anleger erzeugen erheblichen Anpassungsdruck. In einem kompetitiven Umfeld werden eine effizientere Produktion und die Erbringung von Kundenmehrwerten zu entscheidenden Erfolgsfaktoren. Auf Kundenseite bringt vor allem das Kundensegment der Millennials eine höhere Bereitschaft für technologischen Wandel mit.

Viele tun sich etwas schwer

Der Blick auf die gesamte Wertschöpfungskette und das Digitalisierungspotenzial im Front-/Middle- und Backoffice ist notwendig (siehe Grafik). Weil sie grössere Investitionsentscheide erfordern, tun sich viele Asset Manager schwer mit einer langfristigen, ganzheitlichen und strategischen Herangehensweise an das Thema.

Big Data is coming

Aktien-Anlageentscheide werden noch mehrheitlich mittels der Einschätzung klassischer Finanzkennzahlen getroffen. Diese finden auf der Basis von Geschäftsberichten oder Analystenschätzungen Eingang in Datensysteme wie Bloomberg, Thomson Reuters oder FactSet. Parallel wächst bei Anlagespezialisten das Bewusstsein, dass alternative oder extrafinanzielle Daten eine zunehmende Bedeutung haben. So werden schon heute Informationen aus Satellitenbildern, das Surfverhalten von Internetusern sowie das Verhalten in den sozialen Medien genutzt. Daten aus dem Umwelt-, Sozial- und Governance-Bereich (ESG) werden ebenfalls breiter eingesetzt. Diese Fülle an "alternativen" Daten findet zunehmend Eingang in die Anlagewelt.

Anlagegentscheid: Fundamental, quantitativ oder quantamental?

Heute überwiegt - noch - der menschliche Einfluss auf Anlageentscheide.
Aber «autonome», maschinengesteuerte Anlageansätze gewinnen an Bedeutung. Der Vorteil der Maschinen ist einfach erklärt: Der rasante Fortschritt in der Datenverarbeitung bringt exponentiell steigende höhere Geschwindigkeit und Präzision, Konstanz, höhere Skalierbarkeit sowie geringere Produktionskosten.
In diesen Vorteilen liegt der Anreiz, mehr in semi- oder vollautonome Anlageansätze zu investieren.

Das Thema ist nicht neu

Künstliche Intelligenz ist seit den Fünfzigerjahren ein fester Begriff und das Sub "maschinelles Lernen" ist bereits in den 80er Jahren entwickelt worden. In den letzten zehn Jahren wurden grössere Fortschritte im Teilbereich des "deep learning" erzielt, gemeint sind dabei vor allem Algorithmen. Algorithmen werden heute immer präziser und damit mächtiger - sie können aus vielen Datenmengen schneller lernen, effektiver trainieren und daraus selbständig Prognosen oder Einschätzungen generieren.

Komplexe Kundenfragen: Der Faktor "Vertrauen"

Was passiert im Vertrieb: Human, Robot or Cyborg? In der Administration und Abwicklung auf Kundenseite liegen beträchtliche Effizienzpotenziale, die mittels neuer Technologien realisiert werden können. Schliesslich wird die Kommunikation und Interaktion mit Kunden schrittweise digitalisiert, sodass Beratungsgespräche und Anlageempfehlungen automatisiert geschehen. Bereits heute bedienen diverse Robo-Advisor gezielt dieses Segment mit kostengünstigen Anlageberatungen und -lösungen. Bei komplexen Fragestellungen werden die menschliche Kompetenz und Erfahrung zur Lösung umfassender Aufgaben und der Faktor «Vertrauen» der Maschine weiterhin überlegen sein.


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